Mutprobe.

Gestern einen entspannten Vormittag gehabt. Teil 1 meines neuen Tattoo – Projektes nachstechen lassen (siehe unten). Dann nach Hause. Mit meinen Mitbewohnern Gartenarbeiten erledigt. Ich dachte echt das dauert nur ’ne halbe Stunde – neeee. Waren 2 Stunden zugange. Nunja, dafür ist’s nun wieder schön.

Semikolon Projekt Part 1 / 3

Hatten uns dann überlegt in eine Restaurantbar in unserer Stadt zu gehen. Während der Gartenarbeit rief mein Vater an. Er fragte, ob ich ihn bei etwas begleiten möchte. Ich verneinte und erzählte, dass wir überlegen in besagtes Restaurant zu gehen. Kurzes Schweigen. Dann eine verunsicherte Stimme und der Hinweis darauf, dass mein Ex – Partner heute mit dem mir sehr nahestehenden Menschen ( daher kenne ich ihn – ihr erinnert euch?) und weiteren Freunden dort sein wird. Die beiden wohnen nicht in dieser Stadt. Ich frage also ob sie bei meinen Eltern übernachten werden. Mein Vater bejaht.

Meine Stimmung kippt. Ich bin genervt, zu dem Zeitpunkt weiß ich noch nicht wieso. Ich werde patzig, verabschiede mich abrupt und beende das Gespräch.

Okay. Durchatmen. Er wird da sein. Wir wollen auch dahin gehen. Ich werde ihm begegnen.

Ich sage meinen Mitbewohnern, dass mein Ex dort sein wird, der eine sagt, dann würden wir nicht hingehen. Der andere sagt, dass man sich früher oder später eh irgendwann begegnen wird.

Er hat Recht.

Ich will wissen, ob ich es aushalten kann ihn zu sehen. Wir haben uns nun einige Monate nicht mehr gesehen. Ich habe aber auch Angst.

Bin ich mutig und wirklich stabil genug dafür? Ja.

Wir gehen hin.

Mein Herz rast auf dem Fußweg dahin. Der kleine Weg-Drink hilft ein wenig. Als ich meinen Ex das erste Mal da sitzen sehe, gehen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Mein Mitbewohner (es ist letztendlich nur einer mitgekommen) und ich suchen einen Platz. Alle Tische voll. Außer einer. Zwei Tische und eine Tür neben dem, wo besagter mir sehr nahestehender Mann plus Ex – Freund plus weitere 10 Freunde sitzen. Wir setzen uns, ich tue so, als hätte ich die Gruppe nicht gesehen.

Irgendwann kommt eine junge Frau (wir kennen uns, sie gehört zu der Gruppe) zu uns an den Tisch,

Panik. Herzrasen. Egal, ich schaffe das.

Ich tue ganz überrascht…. jaaaaaa, wie konnte ich die Gruppe nur übersehen…. Während unseres Smalltalks schaue ich kurz zur Gruppe rüber, mein Blick trifft seinen Blick. Ein kleines Lächeln entweicht ihm. Wirklich nur eine Millisekunde lang. Ich versuche dasselbe. Keine Ahnung ob’s geklappt hat. Kurz drauf verabschiedet sich die junge Frau und geht zurück.

Der Rest des Abends verläuft „entspannt“. 2 -3 Gin Tonic und ein paar Kurze, dazu leckeres Essen…. Ich bin mir sicher, das unterstützt das irgendwie. Mein Blick geht immer wieder in Richtung des Tisches wo er sitzt. Einen weiteren Blickkontakt gibt es noch. Kein Lächeln. Hält dennoch für ein paar Sekunden an. In dem Moment versagt mein Verstand komplett. Ich kann das Gefühl gar nicht beschreiben. Ich drifte immer wieder ab. Ich weiß, dass es mutig war, trotz dem Wissen, dass er da sein wird, hin zu gehen.

Es war mal wieder eine dieser Mutproben, die das Leben für uns bereit hält. Schicksal. Was ist es sonst für ein Zufall, dass er ausgerechnet gestern in meine Stadt kommt. Und wir uns ausgerechnet gestern überlegt haben ebenfalls dorthin zu gehen.

Viele Impulse, die ich unterdrücken muss. Viel Arbeit. Viel Kraft investiert, um mich nicht der schönen Erinnerung hinzugeben und mich davon manipulieren zu lassen.

Er tat mir nicht gut. Er hat mich klein gehalten. Ich weiß das.

Ja, ich weiß das. Aber manchmal setzt das einfach aus. Ist doch irre. Ich mag das nicht.

Dennoch würde ich sagen ich habe die Mutprobe bestanden. Und es hätte schlimmer werden können.


Und achja…. ich finde, meine Eltern hätten mir Bescheid geben sollen darüber, dass er bei ihnen nächtigen wird. Nicht um Erlaubnis bitten, aber Bescheid geben. Das Zuhause meiner Eltern ist ein wichtiger Schutzraum für mich. Ich besuche sie auch häufig unangekündigt, spontan. Ich hätte auf ihn treffen können. Ohne jegliche Vorwarnung. Deswegen sicherlich auch meine abrupt genervte Reaktion am Telefon….

Aber…. „Ist ja mein Problem“….. Selbst Schuld, wenn man sich in den besten Freund eines Familienmitgliedes verliebt.

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