22. Dezember: Ein Tag mit Herrn Kritiker.

Daheim. Allein. Die zweite Nacht im Dezember. Und eigentlich mag ich’s hier. Eigentlich gibt es nichts, was mich hier nicht wohlfühlen lassen könnte.

Und doch ist da diese Angst. Diese irrationale Angst. Wenn ich zu lange nicht hier war. Die erste Nacht seit langer Zeit alleine.

Dieses Gefühl von Strafe. Hier komme ich nur hin, wenn der Partner mich nicht mehr aushalten kann.

Und dieses Mal fühlt es sich erst Recht nach ‚ Strafe‘ an, hier zu sein. Denn es baut ja auf dem Streit vom letzten Wochenende auf.

Der Partner hat es mir also in seiner Wut gesagt, dass ich „mal überlegen soll ob mir eine Nacht Zuhause nicht wieder gut täte“… Hat dann entschieden, in seiner Wut, dass er eine Nacht für sich braucht.

Das ist ja auch okay. Aber das Bedürfnis in Kombination mit Streit und Wut zu äußern verstärkt mein ungeliebt – und – unerwünscht- sein – Gefühl doch nur.

Du bist nicht erwünscht. Du störst. Du nervst. Du bist nicht auszuhalten. Du wirst nicht geliebt.

Den ganzen Tag diese Stimmen in meinem Ohr. Eine Situation droht kurz zu eskalieren im Chat mit dem Partner. Ein kurzes Wortgefecht, mein erwachsener Modus setzt aus. Der Partner wirft das Stop-Wort ein. Das verhindert die Eskalation. Bin dankbar.

Macht den Kritiker aber natürlich trotzdem nicht kleiner. Ich kämpfe. Immer wieder sage ich mir:

Das ist ein Gefühl aus der Vergangenheit. Du wirst geliebt. Es ist okay, auch mal alleine sein zu wollen. Das heißt nicht, dass du weniger geliebt wirst.

Trotzdem ist er so laut. So präsent. Es ist wie eine Drucksituation. Ich habe das Gefühl ich muss nun funktionieren. Ich darf nicht zicken. Nicht meckern. Ich muss mich benehmen.

Um dem Partner zu beweisen, dass ich es ja kann. Dass ich mich wie eine erwachsene Person Verhalten kann. Dass ich damit zurecht komme, wenn er mal alleine sein will.

Aber… Das ist doch auch nicht gesund. Warum muss man das überhaupt…. Ich möchte doch genug sein, so wie ich bin. Niemandem etwas beweisen müssen.

Herr Kritiker – es war sehr anstrengend mit dir. Ist es immer noch. Aber du darfst gehen.

Es ist ein Gefühl aus der Vergangenheit.

Es ist ein Gefühl aus der Vergangenheit

Ich werde geliebt.

Ich werde geliebt.

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