2. Advent.

Gerade circa eine Stunde die Schriftfarbe aller bisherigen Beiträge hier geändert : jetzt könnt ihr auch die älteren Beiträge endlich wieder lesen. Dadurch, dass mein Hintergrund vorher schwarz war, gab es einige Beiträge, die in weiß geschrieben waren… Und die konnte man auf dem neuen, türkisen Hintergrund dann nicht mehr sehen.

Ansonsten schon seit heute früh das Bedürfnis zu bloggen. In mir ist Unruhe spürbar. Seit vorgestern. Seit das Wochenende angefangen hat. Denn ab Montag starte ich wieder mit dem Schreiben der Abschlussarbeit und ab Dienstag arbeite ich wieder.

Was mich daran in Unruhe versetzt? Ich habe nun zwei Wochen gar nichts gemacht. Jeden Tag ohne festes Programm und entspannt verbracht. Nun sind da Verpflichtungen, die auf mich warten. Und ich glaube ich habe Angst, dem jetzt nicht gerecht werden zu können.

Ich habe außerdem Angst, dass ich wieder in den pausenlosen Kreislauf reinrutsche und sich das negativ auf mich und den Partner auswirken wird. So wie es vor zwei Wochen auch war. Das war kaum aushaltbar.

Die schlaue Frau sagte ich solle mir Wochenpläne machen. Soll da feste Arbeitszeiten, Termine und Pausenzeiten aufschreiben. Sie sagt so könne ich verhindern in den Kreislauf zurück zu kommen.

Ich habe meinen undatierten Planer also seit vorgestern hier liegen und prokrastiniere erfolgreich, was das Aufstellen eines Plans angeht. Da ist eine Blockade in mir. Ich habe keine Ahnung warum . Ich liebe Planungen. Ich fühle mich damit sicher.

Aber ich habe das Gefühl, ich kann überhaupt nicht richtig einschätzen wieviel Zeit für was angemessen sind. Ich habe das Gefühl eingeengt und festgenagelt zu sein auf das, was ich mir selbst festlege. Angst vor der Enttäuschung, wenn ich es nicht einhalten konnte. Angst vor zu wenig Variabilität.

Das überfordert mich. Und wahrscheinlich führt die Überforderung zur Blockade.

Es belastet mich. Denn ich würde gerne einen Plan aufstellen.


Mein Ziel des Tages ist also: Wochenplan aufstellen.


Der Grinch hier zuhause lässt meine Laune außerdem immer mal wieder kippen. Egal für was ich versuche ihn zu begeistern – es scheitert. Ich erwarte ja keine riesen Freudesprünge oder eine stundenlange Weihnachtsfilm- Session… Aber egal, worüber ich mich freue – er teilt es nicht. Und das deprimiert mich. Und zieht mich runter.

Der Bruder (und gleichzeitig bester Freund des Herrn Grinch) sagt, ich solle ihn mir heute Abend schnappen und mit ihm in eine Imbissbude fahren, schön leckeres ungesundes Essen futtern und ihm ein Bier dazu hinstellen. Einfach damit wir mal rauskommen. Denn Herr Grinch ist ja seit 4 Wochen daheim, da er verletzt ist. Also wahrscheinlich ist er einfach frustriert, da er keinen Ausgleich hat. Sonst macht er ja Sport, hat soziale Kontakte bei der Arbeit und sitzt nicht den ganzen Tag daheim vor seinem PC.

Ich werde das versuchen. Aber den Ausflug nicht ankündigen, denn sonst sagt er sowieso er habe keine Lust.


Mit diesen kleinen ‚Enttäuschungen‘ wachsen wiedermal die Zweifel. Sie füttern den Kritiker.

Ist das ganze wirklich das richtige? Ist es das, was ich in meinem Leben wirklich will? Soll so meine Zukunft aussehen? Sind wir wirklich füreinander gemacht? Oder verpasse ich wieder die Chance wirklich glücklich zu sein ?

Die Zweifel zermürben den Kopf.

Aktiv versuche ich gegen alte Bewältigungsmuster anzugehen.

Nein, du musst dir die Sicherheit und Bestätigung jetzt nicht bei jemand anderem holen. Das schürt nur noch mehr Zweifel. Nein, du bist nicht darauf angewiesen. Das schürt noch mehr Zweifel. Denn dann ist es ja so, dass man denkt „Oh. Guck. Diese Person könnte seine Freude mit mir teilen… oder würde mir Komplimente machen… oder würde mir gerne öfter nah sein… oder hätte mehr Lust auf Sex… oder oder oder“

Ja. Doch da verarscht uns unser Kopf ja auch wunderbar. Natürlich denkt man das. Weil man ja auch nicht mit der Person zusammen ist. Aber wie wäre es denn, wenn man mit der Person jetzt mehrere Jahre zusammen wäre? Würde die Person dann immernoch so die Freude teilen, so viele Komplimente machen, mir öfter nahe sein oder mehr Lust auf Sex haben als der jetzige Partner? Oder wäre es dann genauso?

Weil Alltag schlichtweg Alltag bleibt. Und das, was man nicht hat, ja sowieso immer reizvoller ist, als das, was man hat.

Ich denke diese Phasen werden mich stets begleiten. Wichtig ist, mir immer wieder ins Gewissen zu rufen, dass ich mich doch aktiv entschieden habe, meine Zeit mit MEINEM Partner zu verbringen. Ihn zu lieben. So wie er ist.

Grinchig, autonomiebedürftig, mit seinem eigenen schweren Rucksack und der Mauer, die er sich immer wieder als Schutz zieht.

Ich habe mich aktiv entschieden.


Dass das nicht immer leicht ist, brauche ich wohl keinem hier erzählen.


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