22. November: Therapiesitzung.

Heute war ich wieder bei der schlauen Frau. Zwei Wochen ist die letzte Sitzung jetzt her. Die nächste ist wieder in 4 Wochen.

Ich denke das ist okay. Habe gemerkt, dass ich heute ’stabiler‘ rausgehen konnte als vor zwei Wochen.


Wir haben herausgearbeitet, dass derzeit ein Schema aus der Vergangenheit reaktiv ist. Ein Schema, welches mit ‚ Ich bin nicht wichtig‘ einher geht. Parallelen zwischen der Mutter und dem Partner werden deutlich, aber auch Unterschiede. Was ebenso wichtig ist. Denn der Partner ist nicht die Mutter.

Ich sage, dass ich die Brücke meiner Überforderung im Arbeits-/ Unibereich zum ‚ Ich bin nicht wichtig‘ Muster nicht erkennen kann. Sie sagt, dass das eher aus einer emotionalen Vernachlässigung hervor geht. In der immer deutlich gemacht wurde, dass für meine Gefühle kein Platz ist. Weil alles andere gerade wichtiger ist. Weil der Fokus nicht auf mir liegen konnte. Und wahrscheinlich auch nicht sollte. Denn die Mutter hat dieses Muster, welches mir vermittelt hat, dass es besser ist meine Gefühle wegzuschieben, statt sich ihnen zu zu wenden.

So auch die Überforderung aktuell. Der Weg daraus, sagt die schlaue Frau ist, „dass Sie Dinge tun, bei denen nur Sie im Fokus stehen. Sie können sich zum Beispiel selbst Blumen schenken oder Sie gehen mal wieder baden, Sie kochen für sich etwas Leckeres oder Sie machen eine Meditation, die Sie bestärkt. Ist das für Sie nachvollziehbar? fragt sie.

“ Ich kann verstehen, was Sie sagen. Ich kann auch nachvollziehen, was Sie meinen. Es fühlt sich aber so an, als wäre da eine Mauer. Eine Mauer, die mich nicht glauben lässt, dass ich das aktuell brauche. Warum auch? Es ist doch alles gut. Den anderen geht’s so viel schlechter. Wieso sollte ich mich um mich kümmern und mich in den Fokus stellen, wenn doch eigentlich alles gut ist.. im Vergleich zu anderen“

Sie sagt : „Daran erkennen Sie, dass Sie die kleine in sich, die so traurig ist ( so haben Sie es eben ja beschrieben) gar nicht sehen. So bestärken Sie das Kind in dem Schema, dass es nicht wichtig sei. Denn statt ihm das Gefühl zu geben, es zu sehen, verurteilen und kritisieren Sie es für seine Traurigkeit“

Tränen rollen über meine Wangen.

Ja.

Ja, sie hat so sehr Recht.

Ich habe das Gefühl, nicht wichtig zu sein. Ich habe das Gefühl, die Traurigkeit sei unangemessen. Und deswegen kümmere ich mich nicht um mich.


Die Bestätigung suche ich daher im Außen. Ein altbekannter Bewältigungsmodus von mir. Im Außen. Vor allem aber im Partner.

Und natürlich kann er das gar nicht erfüllen.


Die Überforderung kommt, so stellen wir fest, daher, dass ich denke jede freie Minute müsste ich in der Uni verbringen um an der Abschlussarbeit zu schreiben. Um das zu entlasten haben wir ausgemacht, dass ich mit einem Wochenplan arbeite. Ein Wochenplan, in dem ich genaue Zeitfenster festlege für Arbeit, Uni, Freizeit ( Selbstfürsorge) . Das soll helfen, dem Kritiker etwas Neutralität entgegen zu bringen und ihn kleiner zu halten.

Und natürlich auch gleichzeitig dabei zu unterstützen, mich in den Fokus zu setzen. Wieder nach Hause zu gehen, um dort z.B zu baden – selbst wenn ich anschließend zum schlafen zum Partner fahre. Das ist okay.


Die Sitzung war aufwühlend. Ich hoffe, dass es geholfen hat und die nächsten 4 Wochen angenehmer werde.

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