Überforderung Part II

Ja, es gibt ihn den zweiten Part. Ungeplant. In den letzten Tagen wollte ich so viel schreiben, mein Kopf war und ist immernoch so unendlich voll. Aber ich hatte schlichtweg keine Zeit dafür.

Ich bin so unglaublich überfordert gerade. Und es macht mich wütend, nicht rauszukommen. Es macht mich wütend, zu sehen, wie sich die alten Gefühlsmuster aber auch die Verhaltensmuster einschleichen und bleiben. Und ich mich so machtlos fühle.

Gerade fragte ich mich ob auch das eine Form der „Depression“ ist. Als wäre das von Bedeutung. Ist es nicht. Doch Depression heißt nicht „liegen und nicht aufstehen können“. Es heißt nicht „den ganzen Tag weinen“. Ich denke es ist gar nicht einheitlich definierbar. Die schlaue Frau sagte mal „Abkapselung/eingeschränkter Zugang zu Gefühlen“ zähle auch dazu.

Die letzten Tage verbrachte ich mit Heilpraktiker-Termin, einem Besuch bei den Babysitter-Kids und einer Familienfeier. Und auf dem Weg zur Feier verspürte ich bereits Anspannung. Und als ich da war, konnte ich es einfach nicht wirklich genießen. Der Partner war an meiner Seite. Er fragte 1-2 x ob alles okay sei. Ich nickte. Ich sagte aber auch ich sei überfordert. Er sagte „Das hier ist jetzt Auszeit, Entspannungs-Zeit“.

Immer wieder merke ich, dass sich die Augen mit Tränen füllen. Aber weinen geht nicht. Nicht vor allen am Tisch und auch überhaupt – wieso denn ohne Grund? Es ist doch nichts.

Es fühlt sich aber nicht nach nichts an. Es fühlt sich auch nicht nach Auszeit an. Es ist anstrengend.

Ich wünsche mir die ganze Zeit Ruhe.

Heute habe ich für ein paar Stunden Ruhe. Und ich kann es nicht aushalten. Ich bin gerade alleine beim Partner, er ist unterwegs. Ich bin erst später am Tag verabredet. Schon bevor er fährt, meldet sich die kleine Lynn. Und ich habe Angst vor der „Zeit alleine“ hier. Dabei könnte ich so viel tun.

Mein Puzzle liegt vor mir, meine Spielekonsole ist hier, mein Laptop ist da. Ich könnte duschen, mich schonmal für später fertig machen. Ich könnte auch zu mir fahren und dort Zeit verbringen. Nein. Das alles will ich nicht.

Ich will nicht zur Ruhe kommen. Denn wenn ich zur Ruhe komme, dann weine ich.

Und das ist ein altes Muster. Ich will nicht zur Ruhe kommen. Ist ein altes Muster.

Was ich in meiner Single-Zeit letztes Jahr gut, wirklich gut, bearbeitet hatte. Ersetzt hatte. Doch gerade bin ich voll drin.

Ähnlich wie im Oktober letzten Jahres, als ich umgezogen bin. Auch da prägten Unsicherheiten meinen Alltag. Und ich war absolut überfordert.

Es ist anstrengend. Sport machen ist anstrengend, weil ich mich mit den anderen Frauen dort vergleiche. Alleine ausruhen ist anstrengend, weil ich dann traurig werde und denke „Ich MUSS etwas tun, irgendwas“. Etwas unternehmen ist anstrengend, weil ich eigentlich traurig sein möchte – nicht fröhlich. Weil ich die kleine Lynn spüren lassen möchte und muss, dass ich sie sehe.

Doch ich schiebe sie weg. Ich schiebe sie weit weit weg von mir. Um mich zu schützen vor dem Gefühl.

Ich will es nicht fühlen. Ich kann es gerade nicht aushalten.

Ich bin dankbar für den Partner. Er musste die Familienfeier gestern für 1-2 Stunden verlassen (aufgrund von Arbeit), in der Zeit war ich noch hilfloser. Als er da war, war es okay.

Auch das das Muster. Partner als Überlebensstrategie. Es ist mir bekannt. In dem Falle nicht destruktiv ausgelegt worden von mir.

Es ist okay, ihn als Stütze an zu sehen. Nur eben nicht als einzige, vollkommene Lösung.


Vielleicht sollte ich die Vitamin D Tabletten mal wieder heraus kramen… Es wird ja auch wieder dunkel da draußen.

So wie innen.


Hold, hold on, hold onto me

‚Cause I’m a little unsteady

A little unsteady

Hold, hold on, hold onto me

‚Cause I’m a little unsteady

A little unsteady

Unsteady – X Ambassadors

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