Kopfsalat und Kritiker.

Heute morgen nochmal bei der neuen Arbeitsstelle gewesen. Nächste Woche geht’s offiziell los.

So richtig dann allerdings erst nach den Herbstferien. Denn ich werde an einer Schule arbeiten.

Heute bekam ich schonmal ein paar Infos zu den Schüler*innen der Klassen, in denen ich als Unterstützungskraft eingesetzt werden werde.

Nach 1,5 Stunden fuhr ich heim.

Ach du scheiße. Wie soll ich das händeln? Ich habe doch noch gar keine Erfahrung. Dann auch noch in dem Fach… Das konnte ich doch damals selbst schon nicht. Ok, ich werde nicht alleine sein, aber bei den ganzen Bedarfen der Schüler*innen. Das schaffe ich nicht. Dafür bin ich viel zu unsicher.

Ok, Herr Kritiker. Herzlich Willkommen. Es wäre schön wenn du wieder gingest. Denn bisher kamen wir immer gut zurecht mit „schwierigen“, herausfordernden Schüler*innen. Mein hohes Empathievermögen hilft dabei enorm. Meine Therapieerfahrung sicherlich auch.

Ja, klar. Aber da warst du immer eher im Hintergrund. Hattest die Rolle der „Praktikantin“ . Jetzt warten andere Erwartungen auf dich. Und du musst ihnen genügen.

Ja, ok. Muss ich. Aber ich lerne ja noch. Ich bin nicht fertig ausgebildet, ich habe noch kein Referendariat gemacht, ich lerne noch. Das wissen die Kolleg*innen ja.

Haha. Als ob das jemanden interessieren würde. Und diese 1:1 Betreuung des/ der einen Schülers/Schülerin, bei der wirst du doch komplett überfordert sein.

Achja, wieso?

Weil das der Endgegner – Typ der Schüler*innen ist. So viel scheiße erlebt, da kommst du niemals ran. Als Laie.

Uff.

Ich schreibe den Dialog mit dem Kritiker also hier genau so auf, wie er sich auf der gesamten Heimfahrt immer wieder wie ein Ping-Pong Spiel abgespielt hat.

Ich erkenne, dass ich mich ihm nicht hilflos hingebe. Dass ich versuche an meine Kompetenz zu glauben. Die Gedanken zu rationalisieren. Doch es ist echt schwer.

Und in gewisser Weise sind sie ja auch normal. Diese Ängste. Diese Unsicherheiten. Vor einem neuen Job. Vor DEM neuen Job. In dem ich endlich das (aus) üben kann, was ich seit x Jahren studiere.

Nicht alleine zu sein, sondern immer als Unterstützungskraft zu agieren, kommt mir da doch eigentlich auch zugute. Ich kann mich an den anderen Lehrkräften orientieren. Bis jetzt sind alle nett.

Auf die 1:1 Betreuung freue ich mich sogar ein wenig. Ich kann sowas. Bisher haben die Jugendlichen immer einen Draht aufbauen können zu mir. Ich bin offen, ehrlich, kommunikativ. Aber ich weiß auch, dass man mir meine Unsicherheiten schnell anmerkt. Und leider bin ich daher auch anfällig für Piksereien der „coolen“ Jugendlichen, die meinen sie würden die Klasse regieren.

Ich sehe es als Chance. Ich werde 7 Monate dort sein und dann hoffentlich mein Referendariat beginnen. Und ich hoffe, dass ich am Ende der 7 Monate sicherer bin und das ganze als wunderbare Stärkung und Vorbereitung für das Ref betrachten kann.

Weil ich mit herausfordernden Schüler*innen agieren werde. Weil ich nicht alleine sein werde. Weil ich fachfremd unterrichten werde. Weil ich den Schulalltag endlich aus Lehrerperspektive miterleben kann.

Es wird sicherlich nicht leicht. Und ich werde sicherlich oft Dialoge mit dem Kritiker führen. Doch ich glaube an mich.

Ich glaube an das, was ich gelernt habe. An meine zwischenmenschliche Kompetenz und an mein Bauchgefühl, was stets sagte: du tust das richtige.

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