4. September.

Wah. Was für eine Woche. Trubelig. Voll. Chaotisch.

Immerhin nicht allzu emotional aufwühlend: also im Großen und Ganzen recht passabel.

Und jetzt heißt es: Urlaub. Für zwei Wochen! 🙂

Naja . Fast. Lernen für die letzte Prüfung muss auch ein wenig sein, aber wir (der Partner & ich) werden zumindest auch wegfahren. Darüber freue ich mich sehr.


Die Therapiestunde am Montag tat gut. Ich habe genau darüber gesprochen, was mir hier den Abend zuvor so in den Sinn kam : die sich wieder einschleichende Abhängigkeit.

Die schlaue Frau fragte dann einige Dinge. Unter anderem woran ich denn bemerke, dass ich gedanklich wieder weniger bei mir und mehr beim Partner bin. Ich sagte

„Na ist doch klar. Wenn ich ihn nicht sehe, werde ich unruhig. Will kontrollieren. Wenn wir uns sehen, zähle ich Stunden/ Tage, die wir jetzt ’noch‘ haben bis ich wieder gehen *muss*“

Währenddessen stiegen mir schon die Tränen in die Augen. Denn ich weiß von diesem Muster. Ich erkenne es dann auch. Und ich mag es einfach nicht mehr haben. Ich mag nicht kontrollieren. Ich mag unsere Beziehung nicht wie ein Zeitkonto betrachten, ich mag nicht ängstlich sein, wenn ich nach Hause gehe. Das nicht verändern zu können, macht mich traurig.

Sie fragte noch ein paar Dinge. Irgendwann waren wir beim Stufenmodell angekommen. Sie sagte, die 1. Stufe unserer „Wieder- Partnerschaft“ und die 1. Stufe des „Mein eigenes Autonomie Bedürfnis wahrnehmen“ war an die feste- Tage – Regelung geknüpft. Damit ich überhaupt merke, dass ich ein Bedürfnis nach „Zeit für mich“ habe.

Und jetzt sei nunmal die nächste Trainingsstufe da. Ich erkenne das Autonomie Bedürfnis nun und auch der Partner merkt, dass wir nun flexibler sein können, da wir auch „gemeinsam allein“ sein können. Das ist ein riesen Fortschritt.

Die nächste Stufe ist nun die neue Flexibilität und Häufung unserer Treffen nicht unbedingt immer als „falsch“ oder “ gefährlich“ einzustufen sondern mein neues Autonomie Bedürfnis dort weiter zu trainieren.

Sie sagte es würde wahrscheinlich immer so sein, dass mein Kopf als erste Reaktion “ Angst “ hat, wenn ich alleine bin bzw mich vom Partner verabschiede. Aber die Kunst läge darin, dies zu erkennen, und sich dann aktiv zu entscheiden der Angst nicht zu folgen. Sondern zu erkennen, dass es eine Probe ist, eine Übung, eine Trainingssituation, in der ich sehr wohl die Möglichkeit habe zu sagen “ Mir passiert nichts, wenn ich jetzt alleine zu mir gehe“.

Am Ende beschlossen wir also, dass ich im Anschluss an die Sitzung aufschreibe, woran ich bemerke, dass ich den Kontakt zu mir wieder verliere – und was ich dann machen kann. Außerdem sagte sie wir sollen auch wieder Zeit in meiner WG verbringen, da wir die letzten Monate fast ausschließlich beim Partner zuhause waren . So soll die Assoziation von “ mein Zuhause “ zu „da bin ich immer nur wenn ich alleine sein soll“ aufgelöst bzw weniger werden.

Und was kann ich dann machen, wenn ihr bemerke dass ich den Kontakt zu mir verliere?

Naja. Mich aktiv entscheiden zu mir zu fahren, denn mir passiert nichts. Und vor allem mehr Selbstfürsorge (baden, meditieren) betreiben. Ich glaub auf meiner Liste steht noch etwas, das habe ich aber gerade vergessen.


Nächste Trainingsstufe. Okay. Na gut. Das klingt (wieder) nach einer Menge Arbeit und doch fühle ich mich gestärkter sie anzugehen als vor der ersten Stufe.

Zum Abschluss noch ein paar Reminder für mich:

Es gibt mehr als schwarz – weiß.

Meine Angst ist nicht immer real.

Zeit für mich ist wichtig und tut gut.

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