(In) stabil.

Bin ich stabil, funktionieren wir.

Bin ich instabil, funktionieren wir nicht.

Habe ich mich unter Kontrolle, funktionieren wir.

Habe ich mich nicht unter Kontrolle, funktionieren wir nicht.


Bei der letzten Sitzung noch erzählt wie gut es läuft. Der Paartherapeut sagt wir müssen das stabilisieren, was wir jetzt haben. Ich sage, dass ich Angst habe. Angst davor, dass es gerade nur so gut läuft, weil *ich* stabil bin.

Der Partner versteht das nicht, sagt er sieht es anders. Der Paartherapeut sagt, ich müsse mich von dieser Angst lösen.


Etwas über eine Woche ist der Termin nun her. Was soll ich sagen? Ich funktioniere gerade gar nicht. ABSOLUT gar nicht. Und siehe da: Automatisch funktionieren auch wir nicht.

Ich bin nicht liebenswert, wenn ich nicht funktioniere.

Ich kann keine Beziehung führen, wenn ich bin wie ich bin.

Dieser Todesfall bringt mich komplett durcheinander. Lässt Rück – und Fortschritte miteinander verschmelzen und führt zur nächsten Krise in der Beziehung.

Der Partner versteht meine Verlustängste nicht. Er kann sie einfach nicht nachempfinden. In seiner pragmatisch angelegten Welt geht man nach einem Verlust einfach weiter. Ist ein paar Tage traurig und dann ist gut.

In meiner hoch emotionalen Welt sieht das anders aus. Da denkst du : jetzt habe ich es echt gut im Griff. Und dann kommen Trigger über Trigger und mit jedem Trigger wird es schwieriger die neuen Muster aufrecht zu erhalten. Die erwachsenen Handlungsmuster.

Also ist sie wieder da, die kleine Lynn. Sie ist traurig. Tieftraurig. Und voller Angst. Voller Angst, das zu verlieren, was ihr Halt gibt. Und damit meint sie nicht sich selbst. Nein, denn sie ist ja noch ein Kind. Damit meint sie den Partner. Den Partner, der ihre Überlebensstrategie ist.


Ich fühle mich nach aufgeben. Ich will nicht weiter kämpfen. Ich will die alten Muster zurück. Die Muster, die mir Ruhe geben. Ich will einen Plan B, der mich sichert, wenn ich verliere, was mir Halt gibt. Ich will in der Trauer versinken und nichts anderes spüren.

Ich will die „Emo- Tour“ ( so freundlich drückt der Partner es aus) fahren.

Da ist Trauer. Überdeckt von Wut. Überdeckt von Verzweiflung. Und Überforderung. Warum hat sie ausgerechnet jetzt 3 Wochen Urlaub.. die schlaue Frau. Warum.


Ich bräuchte sie. Ich bräuchte sie so dringend.

2 Kommentare zu „(In) stabil.

  1. Drück dich mal ganz fest ((( )))
    ich kann das so gut nachempfinden, stabil und alles ist easy und läuft, instabil und nur noch Angst und nix funktioniert.

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