Therapiesitzung 13. April. Angst und Kontrolle.

Ist es Zufall, dass ich gestern noch von Akzeptanz sprach und deutlich machen wollte, wie wichtig diese ist und ich dann heute bei der schlauen Frau sitze, das Wort nicht einmal verwende und die Quintessenz der gesamten Sitzung „Akzeptanz üben“ ist?

Ich denke nicht. Denn mein Bauchgefühl ist immer sehr gut. Und wahrscheinlich habe ich gestern beim Bloggen schon gespürt, dass ich das auch für mich noch einmal als Erinnerung und kleinen Wachmacher brauchte.


Ich kam nach 3 Wochen Pause also bei der schlauen Frau an und erzählte zunächst ausgiebig von meinem Bauch. Dem Stress-Schmerzkreislauf. Den Rescue-Tropfen. Den ganzen Ärzten, Heilpraktikern und Osteopathen, die ich schon besucht habe. Und dazwischen dann irgendwo auch mal etwas von „Das belastet natürlich auch die Beziehung, denn der Partner mag das halt nicht, dass es mir schlecht geht. Er würde mir gern helfen. Aber niemand kann da derzeit helfen….“

Und dann irgendwann von dem sich wieder einschleichenden Kontrollzwang der letzten drei Wochen. Am Samstag sagte der Partner dann auch offen, dass dieser unangenehm für ihn sei und wann er denn aufhören würde.

Wir sprachen also in der Sitzung darüber. Und versuchten herauszufinden, was dahinter steckt. Ich wiederholte immerfort, dass mir bewusst ist, dass die Kontrolle unangebracht ist. Dass ich weiß, dass sie unbegründet ist. Dass ich weiß, dass die Eifersucht, die diese antreibt, unbegründet ist. Vor allem weil sie so irrational ist und sich nicht mal auf wirklich existierende Frauen bezieht.


Wir redeten über negative Gefühle. Und, dass ich lernen muss, diese auszuhalten. In diesem Fall explizit das Gefühl von Eifersucht. Denn es ist Eifersucht. Eine etwas andere Art, als man sie kennt, aber es ist Neid. Es ist Eifersucht. Die auf Angst beruht. Auf MEINER Angst. Keiner Angst, die durch den Partner begründet ist. Es ist die Verlustangst.

Es ist mein inneres Kind, welches denkt, es sei alleine. Es ist die kleine Lynn. Und die große Lynn schafft es in den Momenten, wo dieses Gefühl aufkommt nicht, dieses auszuhalten. Ich schaffe es nicht, ich reagiere sofort, lasse mich mitreißen. Die Stimmung kippt. Ich werde ungemütlich und gemein. Von Liebe habe ich dann nicht mehr viel übrig.

Und der Partner hält das aus. Meistens zumindest. Doch schön ist es sicherlich nicht für ihn.

Der Grund für meine Kontrolle ist Eifersucht, der Grund für die Eifersucht ist die Verlustangst. Eifersucht ist keine elementares Gefühl. Das fühlen Kinder nicht. Angst jedoch schon.


Hier sind wir also wieder. Die kleine Lynn und die große Lynn.


Doch was kann ich tun? Ich sagte ihr, dass ich verstehe. Aber, dass ich so hilflos bin in diesen Momenten. Ich nicht weiß, wie ich diese Kontrolle abstellen soll.

Sie erklärt mir noch einmal, dass ich lernen muss auszuhalten. Zu akzeptieren. Zu akzeptieren, dass es Bereiche gibt, die ich nicht kontrollieren kann. Und auch niemals werden kann. Und akzeptieren, dass ich das gerade üben muss.

Wenn ich wütend werde, weil ich die Kontrolle nicht ablegen kann, gebe ich ihr noch mehr Raum und Bedeutung. Und es wird gar nicht weg gehen oder sogar schlimmer werden.

Akzeptanz. Der Schlüssel zum Glück.


Man liest es überall. Man hört es immer wieder. Doch erst jetzt beginne ich zu verstehen, was es wirklich bedeutet. Und wie schwer es eigentlich ist. Und doch bin ich sicher, dass ich es schaffen kann. Wenn ich weiter daran arbeite. Mit viel Geduld.


Da die Therapie nicht mehr allzu viele Sitzungen beinhaltet, gab sie mir den Rat, mich mit dem Thema Angst auseinanderzusetzen. Sie sagte sie schätze mich so ein, dass ich mit Selbsthilfebüchern und Lesematerial was anfangen könne und es mir helfen könne. So sehe ich das auch. Ich gab ehrlich zu, dass ich keine Ahnung habe, nach was ich da schauen soll. Denn das Thema Angst ist breit gefächert.

Sie sagt, dass Ängste im Kern grundsätzlich erst einmal alle gleich sind. Und empfahl mir vier verschiedene Bücher. Ich solle sie mir ausleihen und reinschauen. Schauen, welcher Schreibstil mir am meisten zusagt und das Buch dann lesen.


Sie alle befassen sich mit Angst und der Akzeptanz dieser.
Damit, dass Ängste kommen – aber auch wieder gehen.
Und wie wir konstruktiv mit ihnen umgehen können.

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