Vom Umgang mit starken Gefühlen [Teil 1]

Zu Beginn des Blogs habe ich die Borderline Störung mit Wellen im Meer verglichen. Nach wie vor ein starke und zutreffende Metapher.

Zu Beginn des Blogs war ich circa ein halbes Jahr bei meiner schlauen Frau. Heute sind es fast 1,5 Jahre. Und ich habe eine Menge gelernt. Und einiges davon kann ich auch bereits gut umsetzen.

Im Folgenden würde ich gern damit beginnen, euch einen Einblick darein zu geben, was mir hilft, wenn meine Gefühle wieder wie ein starker Wellengang vor sich hin sprudeln.


Wichtig ist hier anzumerken, dass die Dinge eher auf die Stabilisierung der Stimmung abzielen, nicht aber auf das Auflösen akuter Anspannungssituationen. Dazu sind in der Regel besondere Skills hilfreich, die unsere Sinne stimulieren und uns mit anderen Reizen versorgen.


Das wohl wichtigste, was uns durch stürmische Zeiten hilft ist:

Akzeptanz.

Akzeptanz für die schlechte Phase. Akzeptanz dafür, dass wir gerade nicht genauso agieren können, wie in guten Phasen. Akzeptanz für unangenehme Gefühle wie Stress, Wut und Trauer.

Das klingt sehr leicht, ist jedoch ziemlich schwierig. Auch nach 1,5 Jahren Therapie gelingt es mir nicht immer.

Dennoch hilft es mir in schwierigen Phasen, sich einen (oder zwei – mehr nicht, da dies schnell überfordern kann) Reminder auf kleine Zettel zu schreiben und diese an einem Ort aufzuhängen, den man im Alltag häufiger mit den Augen begegnet. Auf den Zetteln kann zum Beispiel stehen:

„Es ist okay, dass ich im Moment öfter müde bin als üblich.“

Oder:

„Ich akzeptiere, dass ich gerade etwas weniger Energie/ Kapazität habe“


Eine weitere Sache, die mir durch stürmische Zeiten und starke Wellengänge hilft, ist :

Meditation.

Meditation ganz für sich. Meditation mit anderen. Meditation angeleitet. Meditation ohne Anleitung. Eine lange Meditation am Morgen. Eine kurze Meditation zwischen den anstehenden Aufgaben. Eine Meditation am Abend zum Einschlafen. Es ist vollkommen egal.

Denn… wichtig ist hier nur, dass die Häufigkeit und die Auswahl der Meditation dir zusagt. Dir ganz alleine. Es gibt keine Regel dafür, wie oft, wann und was für eine Meditation du wählst.

Wenn du das Gefühl hast, dein Anspruch an die Häufigkeit ist zu hoch (das passiert bei mir in schlechten Phasen manchmal) und das Meditieren artet in Stress aus, dann fahr‘ deinen Anspruch runter.

Es ist okay, nur einmal in der Woche zu meditieren. Denn ein oder zweimal sind besser als keinmal.

Ich arbeite bei starken Gefühlen gern mit Meditationen, die mich anleiten, mich mit Gefühlen auseinanderzusetzen und sie zu akzeptieren. Auch Meditationen, die mich anleiten, mich selbst als genug und liebenswert anzusehen, helfen mir.

Was ich außerdem bemerkt habe:

Man denkt immer Meditation bedeutet gefühlt in eine andere Welt zu gehen und nichts mehr mitzubekommen, vielleicht auch nichts mehr zu denken. Das ist aber nicht zwingend so. Ich denke beispielsweise während der Meditation häufig auch an Dinge wie den anstehenden Abwasch, die Uni oder sonstiges. Wichtig ist nur, dass ich immer wieder zurück zum eigentlichen Inhalt und Ziel der Meditation komme.

Hier hilft es mir immer mich auf den Atem zu fokussieren.


Akzeptanz und Meditation sind zwei meiner Wege mit starken Wellengängen, starken Gefühlen umzugehen.

Weitere Dinge, die mir helfen, werde ich in den nächsten Tagen und Wochen ergänzen.

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