29. März.

Nach dem Stress kommt die innere Unruhe. Die letzten Wochen und Monate war ich mit Uni-Aufgaben und Arbeit gut beschäftigt und teilweise auch echt überfordert, obwohl es ja gar nicht so viel war.

Heute ist der erste Tag, an dem ich alle Uni-Abgaben erledigt habe. Und ich laufe durch die Wohnung als wäre ich verrückt. Bin so unruhig. Weiß nicht, womit ich anfangen soll und was ich tun kann. Ich könnte jetzt so viel machen. Im Bett liegen und Serie gucken, Konsole spielen, Malen, Schreiben…. soo viel. Und alles ohne schlechtes Gewissen.

Doch ich merke, dass der Kopf da noch nicht ist. Die ganze Zeit denke ich, ich müsste doch etwas für die Uni machen. Irgendeine Verpflichtung muss doch da sein, der ich nachgehen sollte. Aber da ist keine. Außer der Arbeit. Der gehe ich heute Nachmittag noch nach – und die nächsten Tage dann auch.

Das widerum stresst den Kopf. Es ist wie ein Karrussel. Stress gefällt mir nicht. Ruhe aber auch nicht.

Ich denke es wird ein paar Tage dauern. Bis ich mich dran gewöhne, dass ich jetzt tatsächlich zwei Wochen „Ferien“ habe. In denen ich nur arbeiten gehen muss und nichts für die Uni erledigen muss.

Manchmal wünschte ich, ich könnte meine Gefühle besser verstehen. Doch für jetzt ist das ja erstmal nichts negatives. Innere Unruhe ist okay. Ich gebe dem Kopf Zeit, sich an die Ruhephase, die jetzt eintreten sollte, zu gewöhnen.

Was ich heute bereits geschafft habe: Die Schreibtischschublade, die von irgendwem beim Umzug einfach random eingeräumt wurde, ausgeräumt, sortiert und neu eingeräumt. Das hat mich bereits seit Oktober gestört, doch ich hatte nie Zeit und Lust diese aufzuräumen. Jetzt ist alles wieder, so wie es sein soll. Und das fühlt sich gut an.

Zudem scheint die Sonne. Und auch wenn auf Nachfrage morgen keiner Zeit haben wird, um mit mir was zu unternehmen, werde ich die Sonne morgen nach der Arbeit hoffentlich genießen können. Zur Not eben alleine. Das kann ja auch gut tun.


Nun ein kleiner Umbruch. Letzten Freitag war Paartherapie. Und den Montag davor der Termin bei der schlauen Frau. Beide Sitzungen liefen am Ende wieder überwiegend darauf hinaus, dass ich die Kontrolle einfach nicht abgeben kann und möchte. Es fällt mir sehr schwer. Die Zeit zu akzeptieren, in der ich nicht weiß, was der Partner gerade tut. Es ist nicht nur, dass ich denke, er sollte die Zeit besser mit mir verbringen (Das Kind schreit: Hier. Ich bin hier. Kümmer dich gefälligst um mich).

Ich fühle mich ungesehen. Ungeliebt. Unbeachtet, obwohl ich rational gesehen weiß, dass das nicht wahr ist – und das belastet mich gerade ziemlich.

Dementsprechend verfolgten mich auch wieder einige Träume im Laufe der letzten Woche. Träume, in denen ich vielen Menschen aus der Vergangenheit begegnete. Ex- Partner, ehemalige Freunde, die Familie. Träume, in denen ich viele Menschen, die ich liebte, verlor. Sie wendeten sich von mir ab. Weil ich „immer streite“, weil ich „anstrengend sei“, weil ich „so einfach nicht geliebt werden könne“ .

Ich merke also… Das Unterbewusstsein arbeitet also sehr viel im Moment. Und ja, so soll es sein. Doch ich weiß noch nicht, ob mir das gefällt.


Ich wünsche mir einfach sehr, dass ich es irgendwann schaffe, dem Zwang nach Kontrolle etwas weniger Handlungskraft zu geben und mehr Raum schaffen zu können, in dem ich meine Gedanken überprüfe und die Handlung entsprechend konstruktiv anpasse.


Dass das alles so viel Geduld braucht, hätte ich übrigens vor der Therapie nie gedacht. Mir war klar, dass es ETWAS dauern würde, aber, dass es SO lange dauert… Naja. Aber was hatte ich erwartet? Starre Muster, die sich über mehr als 20 Jahre gefestigt haben, lassen sich nunmal nicht in einem Jahr einfach mal so verändern.


Also…. weitermachen. Weiter kämpfen. Nach vorne blicken. Und die Fortschritte sehen.

Once a warrior, always a warr;or.

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