4. März.

Und da ist schon wieder März. 2021 vergeht genau so schnell wie 2020 an mir vorbei gerast ist und was passiert? Naja nichts.


Und trotzdem fühlt es sich nach zu viel an. Eigentlich habe ich jeden Tag genug Zeit. Vor allem jetzt, wo ich immernoch krank geschrieben bin. Genug Zeit für Uni-Sachen UND Selbstfürsorge. Aber man ist träge. Die paar Sonnenstrahlen, die wir hatten, richtig gut genossen. Heute wieder Regen, Regen, Regen.

Dazu Uni. Uni. Uni. Und Bauchschmerzen. Und Gefühlschaos. Das grau kommt wieder und es macht mir wieder Angst. Und der Kopf gibt sich wirklich sehr viel Mühe, immer etwas neues zu finden, was mich belasten könnte.

Nicht gut für den Bauch. Reizdarm sagen sie. Was da hilft? Ruhe. Und kein Stress. Haha. Selten sowas gutes gehört. Kein Stress trotz emotionaler Instabilität? Kein Stress trotz häufig schlechter Impulskontrolle? Ich nehme jedes Gefühl mit. Ich nehme jeden Stressfaktor mir. Allein die Tatsache, dass ich mich habe weiter krank schreiben lassen hat mir eine ganze Nacht Stress bereitet. Gott sei Dank ist mein Arzt wirklich sehr einfühlsam und nett. Und hat mir Mut gemacht. Der Anruf beim Chef war dann aber direkt der nächste Stressfaktor.

Fühlt sich an wie nicht-zur-Ruhe-kommen, obwohl ich den ganzen Tag im Bett liege. Von da aus meine Uni-Sachen erledige. Und irgendwie versuche die Bauchschmerzen in den Griff zu kriegen. Und den Kopf.

Seit ein paar Tagen schwirrt da nämlich wieder das alte „Sex- haben- bedeutet- etwas- wert- zu – sein Muster“ herum. Und das ist echt anstrengend. Ich weiß, dass das nur das Muster ist. Ich weiß es. Aber ich bin jedes Mal frustriert, wenn ich bei dem Partner bin und wir keinen Sex haben. Der Anspruch jedes Mal Sex zu haben? Viel zu hoch. Weiß ich auch. Dennoch… es fällt mir unfassbar schwer, den Frust einfach anzunehmen und dann weiterziehen zu lassen. Oder ihn gar nicht erst so aufkommen zu lassen.

Mit dem Partner darüber sprechen? Schwierig. Er fühlt sich dann schuldig. Denkt er wäre das Problem. Dabei ist es wahrscheinlich normal, dass die Libido schwächer ist, wenn sich gerade nichts unbeschwert anfühlt. Wäre auch okay. Wenn ich nicht denken würde es läge komplett an mir…

Ich muss mich mehr anstrengen. Ich bin nicht hübsch genug. Ich enge zu sehr ein. Ich bin nicht attraktiv genug. Ich muss mich besser präsentieren. Ich muss liebevoller sein. Es muss unbeschwert sein.

Streng dich an, Lynn.
Los.
Streng dich an.

Und da piekst er wieder. Der Bauch. Gleichzeitig mit den Tränen, die mir beim schreiben in die Augen schießen. Weil der Kritiker mich schon wieder so fest hält, dass ich einfach nur noch funktioniere und jedem Gedanken, den er mir einpflanzt, Glauben schenke.


Zudem tauchen im Moment in jeder Auseinandersetzung mit dem Partner identische Situationen aus der Kindheit vor dem inneren Auge auf. Wenn er zum Beispiel wütend auf den Tisch haut, dann erstarre ich sofort. Und ich sehe mich, am Küchentisch, erstarren. Tränen schießen mir in die Augen. So wie damals. Und ich sage nichts mehr. So wie damals. Nur, dass damals nicht der Partner da war und auf den Tisch haute, sondern irgendein Familienmitglied. Danach stocher‘ ich im Essen rum, versuche es irgendwie runterzubekommen. So wie damals. Und es sind Kartoffeln. Genau wie damals. Das ist so gruselig. Das passiert so oft im Moment. Ich sehe ihn. Und dann ein Familienmitglied. Und dann mich. Heute wie damals.


In der Paartherapie sagt der schlaue Mann, die erwachsenen Teile müssen gestärkt werden. Ja. Aber wie denn, wenn ich gerade mehr denn je erkenne, wie das Kind sich einfach sofort dazu gesellt. Und ich mich entweder zurückziehe und unterwerfe oder vollkommen ausraste und die Kontrolle verliere. Aber niemals ein Mittelmaß.

Und irgendwo dazwischen dann, einfach „Ich“.

Ich bin mein innerer Kritiker.
Ich bin die kleine Lynn.
Ich bin die erwachsene Lynn.
Das alles bin ich.

Also kann ich auch entscheiden, wer welche Macht über mich hat. Fühlt sich halt nur nicht so an…..

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