Self care sucks.

Wenn dich nichts zufriedenstellt von dem, was du dir für deine „Zeit für dich“ vornimmst, ist das ziemlich frustrierend. Und gerade fühlt es sich wieder an wie vor ein paar Monaten. Als ich mich genauso lost gefühlt habe, wenn mal Ruhe einkehrte. Als ich auch nicht wusste, was ich mit meiner Zeit anfangen soll, wenn ich alleine und für mich bin.

Ich versuche mich also an einem Kreativbuch zum Glücklichsein, welches meine liebste Freundin aus der Ferne mir zu Weihnachten schenkte – aber es stellt mich warum auch immer nicht zufrieden. Ich habe Kerzen dazu angemacht und schönes Licht – aber es stellt mich warum auch immer nicht zufrieden. Ich habe außerdem etwas gute Musik angemacht – aber es stellt mich warum auch immer nicht zufrieden.

Ich greife irgendwann zum Handy. Bewältigungsmodus an. Nervt. Natürlich nervt es. Weil ich sinnlose Gespräche führe, die mir gerade überhaupt nicht dabei helfen, aus dem Loch der Unzufriedenheit herauszukommen. Weil ich viel lieber genießen wollen würde, dass ich gerade Zeit habe. Zeit für mich – nach diesem stressigen Tag. Gefüllt mit Uni-kram, noch mehr Uni-kram und… Uni-kram. Yes.

Aber der Kopf macht zu. Ich könnte baden gehen – aber nö. Ich könnte meditieren – aber nö. Ich könnte das neue Puzzle anfangen – aber nö. Ich sitze also nur da. Mit dem Handy in der Hand. Und lasse die Zeit verstreichen während ich durch social media scrolle, Menschen Nachrichten zukommen lasse und dabei einfach nur darauf warte, dass es spät genug ist, um schlafen zu gehen.

Was ich auch bemerke: Ich verschwende dabei wertvolle Zeit. Die ich nutzen könnte, um mir etwas gutes zu tun. Aber da ist gerade wieder einmal diese Leere. Sie füllt meine Gefühlswelt. Diese Orientierungslosigkeit. Und dann bekomme ich mit, dass der Partner seine Zeit gerade genießt. Und ich merke diese Wut in mir. Aber ich verstehe, dass diese nicht auf ihn bezogen ist. Vielmehr ist es Neid, dass er diese Autonomiebedürftigkeit hat und so seine Zeit für sich genießen kann und ich mal wieder nicht.

Menschen, die extrem Autonomiebedürftig sind haben es gefühlt viel einfacher in dieser Welt als solche, die so nähebedürftig sind wie ich. Und es fühlt sich ungerecht an. So Ungerecht, dass ich das alles erst lernen muss. Und, dass es dann dauernd wieder zu Stillstand oder gar „Rückfällen“ Vorfällen kommt. Einfach ungerecht. Dass ich arbeite und arbeite und arbeite und dann solche Abende kommen, an denen ich so überfordert bin, dass gar nichts mehr geht. Und alles in Vergessenheit geraten zu scheint, was ich gelernt habe.

Egal, wie bewusst mir ist, was ich zu tun hätte. Es ist zu anstrengend für das Gehirn. Es ist viel einfacher, das Handy zu nehmen und zu versuchen so für zumindest einen kurzen Moment ein Kohärenzgefühl im Gehirn entstehen zu lassen. Weil ich es ja sonst auch immer so gemacht habe. Auch wenn es mein Problem gar nicht löst.

Das Handy ist für mich in solchen Fällen keine Ablenkung. Und auch kein akzeptables Mittel. Denn es ist Bewältigung – keine Selbstfürsorge.

Und am Ende ist es wieder so…. die Leere, die Orientierungslosigkeit, der Neid. Sie überwiegen.

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