Zukunft?!

Keine Ahnung ob’s daran liegt, dass sich das Jahr dem Ende zuneigt oder einfach, weil man gerade wieder etwas mehr Zeit und weniger Struktur hat, aber im Kopf kommen wieder vermehrt Gedanken auf, wie ich mir meine Zukunft eigentlich vorstelle.

Ich meine : Jo. Ich dachte bis vor einigen Jahren echt noch, dass ich mit 25 schon eine stabile Beziehung haben werde, sodass ich dann auch Anfang 30 mit gutem Gefühl Mama werden könnte. Und das definitiv nicht mit jemanden, den man „gerade kennt“ . Weil bei mir ein guter Beziehungsbeginn ja niemals bedeutet, dass es so bleibt. Im Gegenteil.

Dann schwirren mir Worte meiner liebsten Freundin aus der Ferne im Kopf herum. Wir sprachen über den Partner und mich als ich sie vor 2 Wochen zuletzt besuchte. Und sie sagte, ich müsse mir überlegen, ob ich meine Kraft, Zeit und Energie wirklich in so etwas instabiles investieren MÖCHTE. Denn jetzt sei ich noch jung und es ist nicht schlimm, aber vielleicht verschwende ich Zeit an etwas, was sowieso keine Zukunft hat. Und verpasse währenddessen eine Chance auf eine wirklich glückliche, unbeschwerte und freie Zukunft.

In der ich ich sein kann. Mit Borderline. Mit dem Bedürfnis nach Nähe. Dem Bedürfnis nach Liebe. Zuneigung. Und manchmal vielleicht auch Streit. Ja. Aber eine Zukunft, in der dies okay ist.

Es ist so. Ich strenge mich gerade an. Akzeptanz, Toleranz und Verständnis zu zeigen. Mehr als ich eigentlich aushalten kann. Damit es irgendwie ruhig ist. Und er fühlt sich wohl. Es gibt genug Zeit für sein Hobby. Es gibt genug Zeit für ihn. Aber eigentlich fühle ich mich spätestens nach 4-5 Stunden nicht mehr wohl damit. Ich fühle mich vernachlässigt. Unwichtig. Solange ich nichts sage, macht das ja auch nichts. Denn für ihn ist es so, wie er es sich wünscht.

Eine Partnerin, die ja sagt. Und zufrieden ist, mit der Zeit, die sie nunmal „geschenkt“ bekommt. Und dann frage ich mich.. Möchte ich das ? Für immer so ? Für immer anstrengen. Für immer etwas zustimmen, was mir eigentlich nicht zusagt? Weil ich mehr Nähe brauche. Mehr Verständnis?

Möchte ich mit 30 immernoch in diesem Konstrukt hier hängen? Bei jeder kleinsten Diskussion Angst haben müssen, dass es eskaliert, ich verlassen werde?

Eigentlich weiß ich die Antwort: Nein. Natürlich möchte ich das nicht.

Aber dem zu entkommen ist so schwierig. Ich möchte meine Zeit nicht verschwenden. Möchte daran glauben, dass wir es hinbekommen. Bald. Aber vielleicht muss ich verstehen, dass es nie so sein wird, wie es in meiner Idealwelt aussieht.

Gegenseitiges Verständnis. Gegenseitige Stütze sein. Ab und zu mal eine Diskussion. Aber sich trotzdem lieben. Sagen können, dass man sich liebt. Nicht wie jetzt – sich nicht trauen es auszusprechen, weil man ja nicht weiß, ob man sich am nächsten Tag nicht eh trennt.

Und während ich das alles tippe tut es einfach nur weh. Die Wahrheit tut weh. Und wahrscheinlich ist es wieder nur so ein Moment. Wisst ihr, -Wahrscheinlich denke ich morgen wieder „Wow. Dieser Mann ist genau der richtige für mich. Ich heirate ihn. Wir passen perfekt.“ Und dann kommt die nächste Welle, reißt mich mit und ich versuche mich oben zu halten, bis sie mich verschluckt. So wie jetzt.

Und ich einfach keine Ahnung mehr habe, was ich überhaupt geschafft habe. Was ich überhaupt hier mache. Wem ich hier am meisten vormache. Und ob ich nicht wirklich gerade meine Zeit verschwende. Und wenn ja – wieso eigentlich?

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