12. Dezember.

Es ist der 12.12. und es sind noch 12 Tage bis Weihnachten. Der innere Monk freut sich gerade ein wenig über dieses Zahlenspiel.

Die letzten Tage bin ich bei meiner liebsten Freundin zu Besuch, die ja etwas weiter weg wohnt. Ich verbringe hier ein paar Tage mit ihr und ihrer bezaubernden Familie – abseits des ganzen Corona-Wahnsinns. In einem 50-Seelen-Dorf, von ganz viel Natur und Ruhe umgeben. Ich bin mit dem Auto gefahren um unnötige Kontakte in den Öffis zu umgehen. Am Mittwoch angekommen nach knapp 6-stündiger Autofahrt und gemerkt, wieviel Energie Kinder schenken. Ihre Lebensfreude und diese Leichtigkeit ziehen mich echt schnell in den Bann.

Trotzdem wieder das Gefühl es nicht genug zu genießen. Ich meine – ich habe mich so gefreut und ich denke daher ich müsste es soooo extrem genießen – aber irgendwie ist das gar nicht so. Ich habe also das Gefühl es fehlt was – dabei ist die Freude so wie sie ist wahrscheinlich ausreichend. Nur ein Gefühl also. Denn ich fühle mich hier tatsächlich einfach wohl. Aber bin nunmal nicht voller überspringender Euphorie. Und das stresst mich. Ich denke es muss mehr sein, mehr Freude, mehr Euphorie, mehr Entspannung, mehr abschalten, mehr Abgrenzen vom Alltag zuhause – aber der Kopf schafft das einfach nicht in dem Maße, was ich mir wünsche.

Dem Partner gegenüber bin ich genervt. Unentspannt. Die ganze Zeit das Gefühl er würde mich ja eh nicht vermissen und, dass es ihm ja sowieso nichts ausmacht mich nicht zu sehen. Das trübt die Stimmung. Hier bei mir und bei ihm sicherlich auch. Das Gefühl eine reine Belastung zu sein für ihn. Immer. Merke es daran, dass ich mich ständig entschuldige für mein Verhalten, mein Gefühl, alles. Leider ist er nicht der Mensch, der darauf eingeht – nur wenn er gerade Lust dazu hat. Und das ist selten. Höre dann nur so etwas wie „ok“. Und das macht das ganze schlimmer.

Du bist unwichtig. Du wirst nicht vermisst. Du gibst dem Partner nichts außer guten Sex. Das ist es, was deinen Wert ausmacht. Du bist anstrengend. Du bist eine Belastung. Hör auf zu sein wie du bist – so wirst du nicht geliebt. Pass dich an. Mach es allen Recht. Sonst wirst du nicht überleben können. Sonst verlierst du ihn wieder. Und dann bist du alleine – das willst du nicht, oder?

Ihr wisst vielleicht direkt Bescheid, wer da spricht. Der innere Kritiker. Er sorgt dafür, dass ich so zu meinem Partner bin. Dass ich seine Liebesbekundungen nicht annehmen kann, dass ich sie ihm einfach nicht glaube. Gestern Abend wieder richtig blöd auseinandergegangen. Direkt wieder einen Alptraum gehabt. Geträumt, dass er mich unerwartet verlässt und ich einfach nichts tun kann. Quasi durchlebt, was zuletzt passiert ist.

Aufgwacht – keine Gute Nacht Nachricht von ihm da – so wie sonst eigentlich. Angst. Angst, dass er das, was im Traum passiert ist gleich tun wird. Dass ich verlassen werde, weil ich mich gerade wieder nicht zusammen reißen kann.

Es liegt nur an dir. Du bist so einfach nicht liebenswürdig.

Die gesunde Erwachsene sagt mir, dass ich schon wieder nicht auf mich achte. Und, dass ich Zeit bräuchte für Selbstfürsorge. Dass ich mein Zuhause gerade vermisse, weil es mein Schutzraum ist. Wo ich sein kann, wie ich bin. Morgen fahre ich zurück. Und dann steht eine stressige Uni-Arbeits-Woche an. Was mir auch tierisch Angst macht – weil ich doch jetzt schon so wenig Kontrolle habe und meine Gefühle schon wieder Achterbahn fahren.

Und ich doch gar nicht so sein will, sondern eigentlich viel stärker. Viel unabhängiger. Viel stabiler.

Aber der Kritiker hat mich fest im Griff. Er schnürt mir die Kehle zu. Mein Handeln derzeit ist niemals ohne ihn. Selbst wenn ich mir aktiv vornehme nett zu sein, haue ich kurz drauf einen absolut unangebrachten Satz sowie jede Menge Selbstzweifel und Selbstniedermachung raus und ja, der Partner hat Geduld. Aber irgendwann halt auch nicht mehr. Zu Recht.

Außerdem steht am Montag die letzte Sitzung für 4 Wochen an. Auch davor graut es mir.

Was, wenn in der Zeit wieder alles kaputt bricht? Wenn ich ihn wieder einmal verliere, weil ich mich gerade zu sehr verliere?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.