7.Dezember: Therapiesitzung.

Montag – schlaue Frau – juhu. Mit einem mulmigen Gefühl bin ich hingegangen – Anspannung im Kopf. Auch der Körper war super angespannt. Sie fragt wie es heute ist – keine Ahnung.
Also erzähle ich einfach, dass ich die letzten Nächte nicht schlafen konnte. Dass ich das Gefühl habe nichts zu fühlen, aber jeden Tag auch gefühlt 20 Situationen erlebe, in denen ich Herzrasen kriege.

Die Sitzung war nicht super aufwühlend. Und ich finde das okay. Sie war eher reflektierend. Wir haben darüber gesprochen, dass ich jetzt – trotz der „Rückkehr“ meines Freundes in einer Alarmstiuation bin. Dass dieser Vorfall natürlich eine riesen Wunde zugefügt hat – und ich deswegen immernoch im Schmerz hänge. Was auch völlig normal ist. Früher konnte ich diesen Schmerz nicht fühlen – deswegen bin ich jetzt von ihm irritiert. Früher habe ich mich selbst ausgeblendet – war der Partner doch wieder da und die Welt wieder in Ordnung.

Die schlaue Frau sagt, dass sich dies verändert hat. Und das ist gut. Sie sagt – auch wenn ich in die alten Muster gerutscht bin in den letzten drei Monaten – ich trotzdem erkannt habe, dass ein Partner nicht das Mittel gegen Einsamkeit ist. Dass ich erkenne, dass ich mir das selbst geben muss. Und auch wenn ich das noch nicht perfekt kann – habe ich es zumindest schon erkannt.

Also: Das Mittel gegen Einsamkeit ist die Rückkehr zu mir. Das habe ich bereits erkannt.

Jetzt ist das das Ziel – zurück zu mir kehren – dass der Partner jetzt dabei ist, ist nicht von Relevanz. Das habe ich gesagt. Denn das wünsche ich mir. Und das weiß ich auch.

Dieses Ziel würde ich auch ohne ihn erreichen wollen – ob er nun dabei ist oder nicht sei dahin gestellt.

Sie sagt, dass ich in Situationen, in denen die Achterbahnen starten und die Gedanken und der Kritiker loslegen, anwenden soll, was ich nun aus Meditationen schon etwas kenne. Sie sagt meistens deuten solche Situationen daraufhin, dass man in den Momenten den Zugang zu sich verliert. Und was dagegen hilft, ist ihn wieder zu finden – indem man sich spürt. Augen schließen, atmen, spüren wo ich sitze/liege – Geräusche wahrnehmen und mich darauf konzentrieren die Gedanken bewusst ziehen zu lassen.

Das klingt wieder sehr leicht, ist es aber natürlich nicht. Und trotzdem ist es wichtig, dass die schlaue Frau mich immer wieder daran erinnert. Ich werde es probieren.

Denn ich möchte zu mir zurück finden. Akzeptieren, dass ich bin wie ich bin. Wissen, dass ich gut bin wie ich bin. Und…..

Mir selbst mein wichtigster, treuster und wohlgesonnenster Begleiter sein.

Sie erwähnt erneut, dass die Paartherapie eigentlich unabdingbar ist. Und zeigt mir auch auf, dass diese Nähe-Autonomie Ding eine wechselseitige Beziehung ist. Dass immer wenn ich mal Autonomie brauche der Partner Nähe möchte und wenn ich nach Nähe suche, er Autonomie braucht. Sie sagt er kann das „genauso gut wie ich“. Und ich habe keine Ahnung, ob das jemals gut ausgehen kann.

Aber sie fragt wofür ich mich jetzt gerade entscheide – möchte ich JETZT die Kraft und Energie aufwenden, um diese Beziehung zu führen? Ich sage, dass ich genau das nicht sagen kann, weil ich viel zu viel Angst davor habe noch einmal enttäuscht zu werden. Noch einmal zu vertrauen und wieder verlassen zu werden. Sie sagt diese gegenwärtige (!) Entscheidung soll unabhängig vom möglichen Ausgang sein.

Achso. Ja. Dann kann ich bejahen. Ich möchte. Ich fühle viel für ihn. Ich liebe ihn. Das ist wahr. Ich habe nur ganz viel Angst. Vor dem Ende.

Ihr seht – es war ein wenig durcheinander. Aber trotzdem sehr effektiv und reflektiv. Jetzt muss ich zur Arbeit, da kann ich das alles sacken lassen und heute Abend sortiere ich den Beitrag vielleicht noch einmal. Aber zumindest habe ich nun die wichtigsten Dinge festgehalten.

2 Kommentare zu „7.Dezember: Therapiesitzung.

  1. Hey,
    Habe jetzt mal deine letzten Einträge gelesen. Das ist ja ein ganz schönes Chaos bei dir…
    Ich verstehe gut, wie schwierig die Situation mit deinem Freund für dich ist. Ich wünsche dir ganz viel Kraft, um weiter an der Beziehung arbeiten zu können. Und ich hoffe, dein Freund zieht da auch mit. Es kann nur funktionieren, wenn beide viel Kraft und Arbeit reinstecken. Ihr beide müsst an euch arbeiten und nicht nur du alleine. (Das ist etwas, was ich selbst oft von meiner Thera gesagt bekomme) 😉
    Fühl dich gedrückt!
    LG Wölfchen

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