(Un-)geduld.

Ich glaube mit meinen Stimmungsschwankungen und diesen ständigen Achterbahnen geht auch eine chronische Ungeduld einher. Dadurch, dass ich an einem Tag manchmal x-Mal zwischen richtig guten, bestärkenden und absolut positiven sowie gegensätzlichen, negativen und nahezu unaushaltbaren Gefühlen hin und her switche fühle ich mich ziemlich oft mit mir selbst überfordert. Ich möchte vor allem die unschönen Gefühle am liebsten schnell wieder loswerden. Sie gar nicht erst richtig zulassen. Aber sie sind da und entscheiden für meinen Geschmack viel zu oft über mein Verhalten.

Das lerne ich ja aber gerade zu verändern. Und die Gefühle wahrzunehmen, sie zu artikulieren und dann versuchen damit zu leben. Bis sie vorüberziehen. Aber eben nicht auf jeden Impuls und jeden Gedanken hören, der dann aufploppt. Das fällt mir allerdings echt noch ziemlich schwer.

Gerade erst heute war so ein Tag. Aufgewacht – hundemüde. Uni Seminar durchgezogen. Neutrales Gefühl. Je mehr der Tag voran schritt, desto unruhiger wurde ich. Mein „was auch immer -Partner“ meldete sich nicht und ich fing an zu überlegen wieso und warum. Der innere Kritiker findet seinen Platz in mir. Und die Stimmung kippt schnell ins schwarz um. Kurz drauf war sie wieder weiß – bestärkte ich mich doch damit, dass ich ja heute nun ganz viel Zeit für mich hätte. Was mir aber irgendwie auch Angst gemacht hat. Und so habe ich bis zum Abend bestimmt 5-6 mal zwischen diesen Emotionen geswitcht. Es gab entweder Euphorie oder krasse Anspannung. Stetig zwischen „Ich bin super stark und unabhängig und genieße den Tag für mich“ und „Ich habe unendlich viel Angst. Ich bin viel zu anstrengend, ich kann mich nicht alleine beschäftigen und deswegen werde ich eh wieder verlassen“

Und dazwischen der Wunsch und Drang nach Unbeschwertheit. Der mich mich letztendlich auch so überfordert hat fühlen lassen.

Denn ich möchte mir Zeit geben. Ich möchte abwarten. Und ich weiß ja auch, dass Verhaltensänderungen Geduld fordern.

Aber an Tagen wie diesen – an denen meine Stimmungen so häufig schwanken fehlt diese Geduld einfach.

Da ist keine Kapazität den (negativen) Gedanken nicht zu glauben. Keine Kapazität selbst zu verstehen, dass das gerade alles auf der Angst basiert, die mich regiert.

Und das schlimmste ist, dass ich es wahrnehmen kann – aber so hilflos bin. So überfordert und hilflos. Mir selbst gegenüber.


Mittlerweile ist es 5 Uhr morgens. Und ich habe noch kein Auge zu gemacht. Nichts hilft. Bin einfach so überfordert mit der ganzen Situation. Und alles, was ich tagsüber so versuche unter Kontrolle zu halten, kommt wohl jetzt zurück. Der Kopf geht nicht aus. Sorgen. Ängste. Unsicherheiten. Es fühlt sich alles nach zu viel an. Nach einer falschen Entscheidung. Ich will schlafen. Der Körper ist müde, richtig müde. Aber der Kopf lässt keine Ruhe. Alles probiert. Diese Nächte sind so anstrengend – vor allem weil der Wecker um halb 10 wieder klingelt… An einem Sonntag -.-

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.