3. Dezember.

Bald ist das Jahr zu Ende. Das Jahr hat nicht viel zu bieten gehabt – seien wir Mal ehrlich. Und am Ende jeden Jahres denke ich mir dasselbe wieder. Am Ende jeden Jahres hoffe ich auf ein neues, besseres Jahr. Mit mehr Lynn- Fokus, weniger Drama und einfach mehr Glück. Aber was, wenn das Glück eigentlich darin besteht zu akzeptieren, dass es so ist, wie es nunmal ist ?

Da die Jahre ja nunmal alle doch irgendwie gleich verlaufen. Mit kleinen Abwandlungen natürlich. Aber am Ende hat’s doch wieder nicht für ein „gutes Jahr“ gereicht…aber warum eigentlich nicht?

Es ist faszinierend dass ich eigentlich über was ganz anderes schreiben wollte/ will, mir aber diese Gedanken beim Datum schreiben kamen und ich sie einfach festhalten möchte.

Vielleicht sind unsere Jahre eigentlich immer gut. Nur wir sehen es nicht so – weil wir dauernd nach was noch besserem streben.

Vielleicht auch nicht. Und das vollkommene Glück wartet noch auf mich. Wer weiß es schon.


Worüber ich eigentlich schreiben wollte waren die letzten Tage. Emotionale Achterbahnfahrt. Auf, ab, auf, ab. Anspannung, Akzeptanz, Wut, Entspannung, Anspannung, Akzeptanz, Wut, Trauer.


Ich war so weit. Ihn ziehen zu lassen. Ich ging gestern zur Therapie – sie hat mich gebrochen. Die kleine hatte ihren Raum. Geweint und geweint und geweint beim Stuhldialog, den inneren Kritiker in die Schranken gewiesen. Der kleinen Lynn gesagt, dass ich tue, was ich kann – aber eben manchmal auch noch nicht weiß wie ich ihre Gefühle managen soll. Danach war ich unendlich traurig. Es tut so weh nichts machen zu können und jemanden gehen zu lassen den man liebt. So dachte ich. So denke ich. So fühle ich.

3 Stunden später steht er vor der Tür. Abgesprochen. Um was abzuholen. Und ich war unendlich traurig, aber ich war auch bereit ihn gehen zu lassen. Ich wollte nur, dass er mir noch einmal zuhört. Nicht um ihn umzustimmen. Nein. Ich wollte ihm sagen, wie traurig ich bin und, dass ich zum Zeitpunkt der Trennung kurz davor gewesen bin zu verstehen, dass man zusammen sein kann aber auch physisch distanziert. Und es deshalb für mich so schwierig ist, weil ich das Gefühl habe mir hat jemand meine Möglichkeiten genommen zu wachsen. Aber ich wollte ihn nicht umstimmen. Ich wollte es loswerden und wenn er dann geht – dann geht er. Und ich bin unendlich traurig, aber weiß ich werde es schaffen.

Ich redete. Redete. Redete. Er stellt die üblichen Fragen. Was baut es für Druck auf. Das hatten wir alles schonmal. Er sagt ich kann gut reden. Aber ich sei noch nicht soweit. Er will aber er kann nicht. Blabla. Ich bin ok damit. Rede aber trotzdem weiter. Irgendwann schwenkt die Situation um – warum kann ich nicht sagen. Weiß ich einfach nicht. Am Ende sagt er wir brauchen vieel Zeit. Er will, dass ich das Versprechen an mich – mich selbst wieder zu finden – nur eben mit ihm an meiner Seite auch wirklich umsetze. Er wünscht sich, dass es klappt. Das sagt er. Am Montag essen wir gemeinsam zu Abend und sehen uns wieder. Okay.

Ich sollte mich freuen. Tue ich nicht. Ich werde innerlich zwar ruhiger aber nur für ein paar Momente. Später im Bett drehe ich ab. Überforderung pur. Was wenn ich zu viel versprochen habe. Was wenn ich gar nicht zu mir finde. Was wenn ich das doch nicht schaffe.

Ich rufe die schlaue Frau an heute früh. Erzähle ihr. Sie sagt wir brauchen Paartherapie.

„Das kann ich ihm nicht sagen. Geht nicht. Habe ihn von jeder Pflicht und weiteren Regeln befreit.“

– Ja, aber Ihr Partner überschreitet auch Ihren Grenzen und Sie können ihm auch das nicht sagen. Unter anderem dafür brauchen sie einen gemeinsamen Therapeuten.

Es macht ihr Bauchschmerzen. Dass ich mich als die „brave Tochter“ präsentiere. Die unkompliziert sein wird und lieb und alles tut, nur um nicht anstrengend zu sein und geliebt zu werden. Und genau das ist es, wo sie nicht sicher ist, ob das gut ist.

In anderen Worten: sie weiß, dass es nicht gut ist. Und ich soll es wohl auch erkennen.

Ich bin überfordert. Habe Angst. Ganz viel Angst. Und weiß nicht, ob ich das schaffen kann. Noch einmal. Noch einmal durch die Verlassensängste, fehlendes Vertrauen, fehlende Ausdauer und all den ganzen anderen scheiß. Es klang so leicht in meinen Versprechungen “ ich entwickel wieder mehr Stabilität und du bist einfach das Extra – mein On-Top. Aber ich bin für mich verantwortlich und werde meine Tage und Wochen wieder für mich planen. Und wenn wir uns dann das ganze Wochenende nicht sehen – okay. Kein Problem.

Gerade erscheint mir allein das letzte bereits ein riesen Problem. Weil ich’s nicht kenne. Und ich kämpfe. Mit mir. Gegen meine Muster. Einfach weil ich besser werden will…für mich. Für meine Zukunft. Nicht für ihn. Nein. Für mich.

Aber es ist so hart.

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