Unermüdliche Hoffnung & die kleine Lynn.

I wanna heal, I wanna feel, what I thought was never real
I wanna let go of the pain I’ve felt so long (Erase all the pain till it’s gone)
I wanna heal, I wanna feel, like I’m close to something real
I wanna find something I’ve wanted all along

Somewhere I belong

L.P – Somewhere I belong

Unermüdliche Hoffnung. Wo kommt sie her? Wer hat sie mir in den Kopf gesetzt? Wieso strebe ich danach, alles in meiner Macht stehende zu tun den anderen umzustimmen? Einfach so unfassbar unermüdlich. Ich finde Gründe, ich schaffe es so reflektiert rüber zu kommen. Alles, um mein Ziel zu erreichen. Und dann versage ich trotzdem.

Es tut weh. Es tut einfach weh. Nicht nur, das Ziel nicht zu erreichen. Auch dieses hoffen. Ich möchte Akzeptanz. Ich möchte radikale Akzeptanz. Von mir aus auch mit Schmerz. Mit Tränen. Okay. Aber ich möchte verstehen, wie ein gesunder Mensch, dass es manchmal „einfach nichts mehr bringt“. Aber das schaffe ich nicht. Ich verzweifel dran. An diesem Kampf gegen mich.


Nachdem ich mir das Wochenende viel zu voll gepackt habe und niemals alleine war – und wenn dann nur am Abend, wo ich mich mit meinem Handy und den pflanzlichen Mitteln irgendwie versucht habe unter Kontrolle zu halten rutsche ich heute umso tiefer.

Jede Aktivität am Wochenende war schön – hat mir Spaß gemacht – in den Momenten. Aber es war auch einfach zu viel. Da war keine wirklich längere Zeit für mich. Keine Möglichkeit, die traurige Lynn mal an die Oberfläche treten zu lassen. Außer halt die 2-3 Stunden am Abend, aber da habe ich ja dann alles dafür getan, sie nicht wirklich hervor kommen zu lassen.

Und heute weiß sie, dass da Platz ist. Und ich bin aufgestanden. Nach einer weiteren Nacht mit Alpträumen. Ehemalige Mitschüler waren an einer unheilbaren Krankheit erkrankt, beide hatten nur noch ein paar Tage zu leben. Und sie gingen so herrlich positiv damit um. Ich war der Beobachter des Ganzen. Wie sie durch den Park schlenderten und sich darüber unterhielten – wie über das Wetter. Als wäre es das normalste der Welt. Ich wollte, dass sie mich hören, dass sie mit mir reden – aber sie hörten mich nicht. Ich konnte nichts tun. Ich wollte, dass sie kämpfen. Sich nicht aufgeben. Aber sie hörten mich nicht. Niemand hörte mich. Nichtmal ich selbst.

Machtlosigkeit. Unermüdliche Hoffnung. Verlustängste. Es ist alles wieder da. Sie sind alle wieder da. Sie machen mir Angst. Und heute bleibt sie, die kleine Lynn. Ich wachte also eben auf – nach dieser Nacht. Und weinte. Ich raffte mich auf zu duschen und machte mich auf zum Zahnarzt – um zumindest das nicht sausen zu lassen – bin ja neu hier in der Stadt und brauche da einen für Notfälle… Kaum zuhause gehe ich auch schon wieder ins Bett. Und weine. Und weine. Und es hört nicht auf.

Kontakt zum Ex. Weil ich hier noch was gefunden habe von ihm und wissen will, wann er es abholt. Das Gespräch entwickelt sich in eine Richtung, die wieder nur von unermüdlicher Hoffnung meinerseits und Standhaftigkeit seinerseits geprägt ist.

„Ja, wir hatten gute Zeiten. Ja, es war besser. Aber es reicht einfach nicht. In der Theorie sind wir das perfekte Paar, in der Praxis schlichtweg einfach nicht. Die Fortschritte waren so marginal, Kosten und Nutzen stehen nicht in Relation“

Und ich reagiere wieder indem ich erkläre. Erkläre, warum es so war. Dass mir Sicherheit fehlte, die jetzt ja aber Stück für Stück zurück kommt. Und ob er das denn nicht verstehe. Ich schlage vor wieder nur das Wochenende einzuführen, um Raum zu schaffen zwischen uns.

Und es fühlt sich so falsch an. Das alles zu schreiben. Das ist die kleine Lynn, die ihm antwortet. Die nicht sieht, dass ich auch für sie da bin. Weil ich sie im Stich gelassen habe in den letzten Tagen. Und sie schreibt auch das hier. Irgendwie. Wir sitzen gerade beide hier. Die gesunde Erwachsene Lynn reflektiert, während die kleine einfach nur weint.

Ich will nicht unermüdlich hoffen. Ich möchte, dass die große Lynn der kleinen so viel Kraft geben kann, dass diese nicht ständig danach strebt ihren Halt in anderen zu finden.

Aber eigentlich will ich gerade auch gar nichts. Ich will die Therapie abbrechen. Ich will aufhören zu „heilen“. Ich will das zurück, was ich früher hatte. Weil es mir da wenigstens nicht aufgefallen ist, was alles „falsch“ oder „destruktiv“ ist. Da ist sie, die wütende und bockige Lynn. Die steht eigentlich immer neben der traurigen Lynn. Und zwischen den beiden switche ich nur zu gern.

Wut & Trotz und Trauer. So eng beieinander.

Jetzt weiß ich schon nicht mehr womit der Beitrag anfing und wo er hin sollte. Klassisches Beispiel für ich schreibe einfach drauf los.

Kurz gesagt: heute ist ein kack Tag. Denn Montags ist ja eigentlich immer Therapie und heute hat die schlaue Frau eine Fortbildung. Ich wünschte ich könnte den Tag vorspulen. Und einfach jetzt schon schlafen gehen.

Damit ich ihn und mich nicht weiter aushalten muss.
Damit ich diese Trauer nicht weiter aushalten muss.
Diese Hoffnung. Diese Enttäuschung. Wut.

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