Herzensbrecher/in.

Borderliner sind Herzensbrecher.

Manchmal glaube ich das. Wenn ich nur die eine Seite von mir betrachte. Und mich nicht davon abkapseln kann, dass am Ende jeder für sich selbst verantwortlich ist.

Dann widerum denke ich an die andere Seite von mir. Und die ist so unglaublich tiefgründig, liebevoll, fürsorglich und vor allem ehrlich und treu.

Trotzdem. Blicke ich auf meine letzten 10 Jahre zurück, habe ich wohl einigen Männern das Herz gebrochen. Weil ich nunmal wirklich dachte, dass sie der richtige wären. Und dann aber oft feststellen musste, dass es nicht so war. Und das, was so verletzend daran sein gewesen muss, ist die Tatsache, dass dies meist von jetzt auf gleich wechseln konnte. Dazu kommt, dass auch während der „Geschichten“ eine unglaublich starke Dynamik zwischen “ Ich will dich. Für immer.“ und „Bitte lass mich einfach in Ruhe. Ich empfinde nichts für dich“ herrschte. Das versuchten alle Männer irgendwie zu verstehen und nahmen es auch in Kauf – dachten sie doch, dass das irgendwann weggehen würde. Tat es aber nicht. Irgendwann ließ ich sie fallen. Und nicht allzu lang danach ersetzte ich sie durch jemand anderen.

Durch jemand neues. Oder durch einen Menschen aus der Vergangenheit. Es gab immer jemanden, der mich begehrte. Und bei dem ich mir einredete auch ihn zu begehren.

Mir waren die meisten dieser Männer, denen ich das Herz brach – niemals egal. Wirklich. Auch ihre Gefühle nicht. Im Gegenteil. Es tat mir sehr weh, sie so im Regen stehen zu lassen. Ich konnte es nur nicht zeigen. Zumindest nicht für länger als 2-3 Tage. Denn dann hätte ich mich selbst wieder verletzlich gemacht.

Auch zwischen der ersten Beziehung mit meinem jetzigen Partner und heute lagen 2-3 Geschichten.. und ich denke auch heute noch an diese Männer. Und, dass ich traurig bin, dass ich sie stehen lassen musste. Und, dass ich keine Freundschaft zu ihnen aufrecht erhalten kann – weil ich jederzeit Angst hätte die Kontrolle über meine eigenen Gefühle zu verlieren oder dem anderen nur noch mehr weh zu tun.

Es war vor allem ein Mensch dabei, der mir sehr am Herzen lag. Der mich aus 2-3 Situationen rausgeholt hat, in denen ich sonst wahrscheinlich untergegangen wäre. Der wusste wie er mit meinen Triggern umzugehen hat. Der mich akzeptiert hat, wie ich bin. Den ich anrufen konnte und der zu jeder Tages und Nachtzeit zu mir gekommen wäre. Egal wie. Der sich hat verletzen lassen und trotzdem noch da stand und sagte “ Ich bin da für dich“. Der nach der Geschichte trotzdem befreundet bleiben wollte. Aber ich kann’s nicht. Und das tut mir sehr weh. Und sehr leid. Denn dieser Mensch fehlt mir ab und zu. Als Freund.

Ich weiß nicht, ob ich mich als Herzensbrecherin bezechnen würde. Denn was ich tat und jede emotionale Verletzung, die ich dem Anderen angetan habe – lag selten in meiner Macht. Ich war und bin teilweise immernoch so stark von dieser Verlustangst geprägt, dass ich einfach nicht anders konnte. Das ist keine Entschuldigung, aber eine Erklärung.

Und am Ende bin ich nicht dafür verantwortlich, dass diese Menschen bei mir blieben. Denn in der Jugend, als ich noch unreflektiert war, konnte ich die Männer davor nicht „warnen“. In den letzten Geschichten schon. Ich war immer ehrlich und ich sagte, dass es passieren könne, dass ich irgendwann einfach gehe. Und damit habe ich mich von meiner Schuld befreit. Das klingt hart, aber das ist so.

Und von Schuld befreit zu sein heißt nicht sich gut zu fühlen. Oder sich mit dem, was man tat wohl zu fühlen. Nein. Das tue ich nicht. Auch heute, Monate später noch nicht. Aber ich versuche zu akzeptieren, dass es passiert ist, wie es eben passiert ist.

Und, dass ich vielleicht eine Herzensbrecherin bin, aber eine, die dies niemals mit Absicht tat und tut.

Und eine, die auch noch diese andere Seite hat – nämlich die, die voller Leidenschaft und Zuneigung liebt. Wenn Vertrauen da ist und sich das richtig-anfühlen manifestiert – dann ermöglicht mir das intensive Gefühlsempfinden, welches ich auch durch die Borderline Störung habe, schöne, tiefsinnige Momente. Und eine Persönlichkeit, die ehrlich und aufrichtig und voller Hingabe (nicht verwechseln mit völliger Selbstaufgabe) liebt.

Ich kann mir nur nicht aussuchen, welcher Teil von mir bei einer neuen Bekanntschaft überwiegen wird. Das obliegt nicht meiner Macht – so wie bei anderen Menschen, die sich verlieben eben auch nicht.

Entweder das Gefühl kommt oder es kommt nicht. Bei mir kommt und geht es – aber irgendwann tritt ein Bleiben ein… wenn das Schicksal es möchte.

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