Von Tagesroutinen & Selbstfürsorge.

Gestern habe ich auf meinem Instagram Account die Frage gestellt, ob es meinen Followern tendenziell auch schwer fällt Selbstfürsorge in ihre Tagesroutine mit einzubauen. Ihr könnt es euch sicherlich schon denken – die Antwort war überwiegend und fast ausschließlich „Ja“.

Das hat mir insofern geholfen, als dass ich mich für meine Inkonsequenz nicht mehr ganz so sehr verurteile. Durch den Umzug und die ganzen Veränderungen habe ich mich in den letzten Wochen so sehr in den Hintergrund gestellt, dass ich einfach absolut kein Bedürfnis mehr danach hatte, mal mehr für mich machen zu wollen.

Nach der Zeichnung dieses tollen (Ironie :-)) Kuchendiagrammes, von dem ich bereits berichtet habe, ist mir noch einmal bewusst geworden, wie sehr ich diese Zeit für mich bräuchte und ja eigentlich auch haben will. Denn auch, wenn mein Kopf mir vorgaukelt, sie nicht zu brauchen, liegt das nur daran, dass der Bewältigungsmodi Partner auf den ersten Blick viel leichter erscheint. Natürlich. Weil ich den ja nunmal die letzten 10 Jahren immer gewählt habe. Denn mich selbst brauchte ich nicht zum überleben oder lösen von schwierigen Situationen – ich brauchte nur einen Partner.


Am Montag Abend – nach zig Gefühlswirrwarrs war mir klar: Es ist Zeit was zu verändern. Also habe ich gestern und heute morgen meditiert. Ich möchte mich versuchen etwas dazu zu zwingen morgens zwischen dem Aufstehen und dem ersten Uni-Seminar eine geführte Meditation zu machen.

So möchte ich eine neue Tagesroutine entwickeln und vor allem wieder mehr Gespür für mich selbst bekommen. So möchte ich das Kuchenstück „Entspannung“ vergrößern. Und wieder mehr für mich sorgen.

Ich habe Angst davor, das ganze nicht durchzuziehen – mal wieder. Aber aufgrund meiner neuen Tages-/ und Wochenstruktur durch die Uni – ist jetzt der perfekte Zeitpunkt um meinen Kopf an eine neue Routine zu gewöhnen. Denn ich stehe jede Woche zur selben Zeit auf – in der Regel immer ca. eine bis zwei Stunden vor Beginn meiner Seminare. Der zeitliche Aspekt für eine Meditation am Morgen ist also auf jeden Fall gegeben und Ausreden sind in diesem Zeitraum schwerer zu finden als am Abend. Wo ich vielleicht lieber bei meinem Partner bin, oder Freunde treffe, Fernsehe, etc.


Man braucht das Dunkle, um das Helle sehen zu können. Ohne schwarz kein weiß. Kommt mir gerade in den Sinn. Habe ich in irgendeinem vorherigen Beitrag auch schonmal drüber geschrieben. Was ich damit sagen will:

Ich brauchte dieses Kuchendiagramm, ich brauchte diese Wut darauf. Um zu verstehen, dass sich – nein, dass ICH – etwas ändern muss. Und um zu verstehen, dass die ganzen Sitzungen und die Therapie natürlich nichts bringen, wenn ich nicht gewillt bin auch aktiv etwas dafür zu tun.

Gleichzeitig muss ich aber auch aufpassen jetzt nicht zu euphorisch zu sein und wieder 10 Sachen gleichzeitig geregelt bekommen zu wollen.


Kleine Ziele. Der Rest kommt danach.


Das erste Ziel:
Meditation zu einem täglichen Morgenritual vor meinen Uni-Seminaren werden lassen.


Ich möchte kurz noch erwähnen, dass ich es heute eben geschafft habe, ohne wütend zu werden zu akzeptieren, dass mein Partner heute keine Zeit mit mir verbringen möchte. Wir konnten darüber sprechen und ja – es war super anstrengend für mich seine Entscheidung zu akzeptieren – aber: ich habe es geschafft.

Ohne Wut. Ohne Streit. Ohne bitteren Beigeschmack zwischen uns.
Zwar mit viel innerer Kindarbeit für mich – aber um das in eine Leichtigkeit umzuwandeln, bedarf es eben noch einer Menge Übung.

Und üben tue ich in genau solchen Situationen. Indem ich die Gefühle und aktivierten Kindmodi wahrnehme, sie reflektiere, artikuliere und versuche dann auszuhalten. Solange, bis sie vorüberziehen. Letzteres ist das, was mir meist am wenigsten gut gelingt. Aber heute hat das (für meine Verhältnisse schon gut) geklappt.


Und ja. Daran wachse ich. Und mag der Fortschritt auch noch so klein wirken – er ist für mich von großer und wichtiger Bedeutung.

Ein Kommentar zu „Von Tagesroutinen & Selbstfürsorge.

  1. Ich habe gestern seit Jahren auch mal wieder meditiert und habe mir genau wie du vorgenommen es in meinen Alltag zu integrieren. Ich weiß ja eigentlich dass es mir gut tut und 7 Minuten am Tag, kann ja nicht so schwer sein… solange man eben sich selbst im Auge behält. Alles so leicht gesagt, aber wir schaffen das. LG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.