9. November.

Heute bin ich mit so viel innerem Widerstand in die Sitzung gegangen, dass die schlaue Frau es wirklich nicht leicht hatte.

Jetzt habe ich seit einer Stunde überlegt, ob ich bloggen soll – weil ich doch mal wieder positiver sein will. Aber heute war einfach keiner dieser guten Tage.

Mit Widerstand in die Sitzung. Auch ein wenig Wut. Dem Gefühl, die Therapie würde ja eh nichts bringen. Es auch so kommuniziert. Gesagt, dass ich rational gesehen weiß, dass das nicht stimmt. Und, dass ich sehr wohl Fortschritte mache. Es sich aber gerade nach Stagnation anfühlt.

Gleiche Muster. Wieder regelmäßiges selbstverletzendes Verhalten. Wieder abhängig vom Partner. Wenig Selbstachtung. Wieder keine Motivation zur Selbstfürsorge. Obwohl ich doch weiß, dass ich sie bräuchte.

Aber ich mach’s halt einfach nicht. Ich hätte Zeit dafür. Ich hab’s im Kopf. Ich denke dran. Aber ich mache es einfach nicht.

Gleiches Resultat wie letzte Woche: ich fokussiere mich zu sehr auf den Partner. Ich muss wieder bei mir ansetzen. Dazu ein Kuchendiagramm ausgefüllt und einzelne Komponenten des Tages aufgeschrieben – je mehr Zeit ich dafür gebe, desto größer das Tortenstück. Haben in der Sitzung damit angefangen – zuhause habe ich es zu Ende gemacht.

Fiel mir schwer…als ich fertig war, war ich unzufrieden. Hab der schlauen Frau eine Mail geschickt und um ein neues Blanko gebeten.

Während ich das Kuchendiagramm betrachtete, wurde mir klar, wieso ich es kacke finde. Weil da viel zu wenig Zeit für meine Hobbies und Entspannung ist. Ich merkte, dass ich mehr davon will. Und auch brauche. Und, dass ich möchte, dass dieses Tortenstück größer wird.

Ich fing an zu weinen. Das ganze überfordert mich. Weiß doch nicht, wo ich ansetzen soll gerade.

„Tu doch einfach was für dich“. „Schlaf doch jetzt einfach mal eine Nacht bei dir“

Wissen sie nicht wie schwer das ist….. Wenn dein Kopf dir sagt “ ja, klar “ und gleichzeitig “ Oh ne. Lieber Nicht. „

Zwischen Mut und Angst. Zwischen “ ich mag alleine sein“ und “ Ich kann nicht alleine sein“. Zwischen „Ich verliere sie nicht wenn ich keine Kontrolle habe“ und “ Ich muss sie kontrollieren um die nicht zu verlieren“. Zwischen Ruhe und Unruhe. So einfach ist das für mich nicht.

Ich will mich nicht mit mir auseinandersetzen, gleichzeitig weiß ich, dass ich es brauche.

Überfordernd. Überfordernd. Überfordernd.

Dann das trotzige Kind. Das war es auch, was ich der schlauen Frau sagte. Das trotzige Kind wehrt sich gegen alles, was ich ihm ans Herz lege. Die gesunde Erwachsene dringt nicht durch.

Also… Durchhalten. Weitermachen.

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