05. November.

Diese Woche ist viel los. Die Uni startet, der neue (alte) Job beginnt, viele Sachen zu organisieren. Das tut gut. Wenn auch meine Unsicherheiten mir manchmal versuchen Ängste einzureden, die eigentlich total unberechtigt sind.

Es tut einfach gut etwas produktiv zu sein. Eine To-Do Liste schreiben zu können – auch wenn die Motivation zur Bearbeitung dieser eher gering ist. Meine Sicherheit kommt dadurch ein Stückchen zurück. Ich fühle mich nicht mehr so verloren in meinem Tag. Und bin abends wirklich einfach nur müde. Deswegen habe ich auch so wenig gebloggt.

Die Ziele des letzten Beitrages sind natürlich innerhalb der Montags – Sitzung entstanden. Nicht ganz freiwillig. Meine schlaue Frau war ehrlich zu mir und ein/zwei Sätze klingen noch ziemlich nach. Aber im Grunde hat sie Recht.

Der Fokus der letzten Wochen lag nur noch auf den Streitigkeiten meines Partners und mir. Wir sprachen selten über was anderes. Und auch mein eigener Fokus lag nur darauf. Dort war alles scheiße oder alles großartig. Andere Bereiche meines Lebens habe ich vollkommen ausgeblendet.

Die schlaue Frau beschrieb mein Leben aktuell mit einem Haus, was auf vier Stützen aufgebaut wurde. Drei sind weg gebrochen. Jetzt versuche ich statt diese wieder aufzubauen krampfhaft auf der einen verbliebenen Stütze einigermaßen stabil zu stehen. Diese einzige Stütze ist: mein Partner. Die restlichen „drei“ die weggebrochen sind: andere soziale Kontakte unbeschwert pflegen, Sicherheit im Job, geregelte Uni-Zeiten, strukturierter Alltag – sowas eben. Sie sagt ich habe den Fokus auf ihn gelegt um mich nicht damit auseinander setzen zu müssen, was mich eigentlich beunruhigt.

Und ja, irgendwie hat sie Recht. Aber ich kann das doch nicht anders.

Doch, sie können das. Sie wollen es nur nicht. Sie wollen gerade keinen neuen Fokus setzen. Sie wollen (!) den Fokus auf Ihren Partner legen.

Das sitzt. Aber es stimmt.

Ich habe nie darüber nachgedacht, was mich sonst noch so belastet. Und, dass ich gerade so instabil bin, weil so viel um mich herum weggebrochen ist. Mehr oder weniger unbewusst.

Sie sagt, wenn ich wieder einen Fokus habe, der außerhalb meines Partners liegt und wenn ich akzeptiere, dass ich ein extrovertierter Mensch bin, der ein Grundbedürfnis nach Gesellschaft hat – mein Partner hingegen aber eher das Gegenteil davon ist – dann wird es auch wieder entspannter zwischen uns.

Sie spielt die “ wenn ihre Freundin in so einer Situation wäre, was würden sie ihr raten…“ – Karte. Und ich hasse das. Weil ich weiß, dass sie will, dass ich die Antwort, die ich gebe, auch für mich als Option annehme. Aber alles sträubt sich in mir. Ich werde patzig.

Keine Ahnung! Weiß ich doch nicht!

Sie wiederholt den Satz. Die Situation. Das Szenario. Fragt nochmal.

Ich weiß, dass Sie wollen, dass ich das dann auch mache. Aber das KANN ich nicht.

Doch, sie können es. Aber sie wollen es gerade nicht. Also was würden sie ihr sagen?

Nein, kann ich nicht! Und ja, keine Ahnung. Dass sie ihrem Grundbedürfnis nach Geselligkeit durch Kontakt mit anderen Personen als ihrem Partner nachgehen soll und ihm so auch gleichzeitig Raum für sein Bedürfnis nach Zeit für sich schaffen kann. Aber das kann ich nicht. Ich kann’s einfach nicht.

Doch, Sie können es! Sie Wollen nur nicht. Sie WOLLEN streiten.

Uff.

Es trifft mich, aber es ist okay, dass sie das so sagt. Denn vorher haben wir ja ein paar Dinge aufgelistet, die ich jetzt machen kann/sollte, um mir neue Stützen aufzubauen. Um nicht mehr so instabil auf meinem Partner als einzige Stütze zu balancieren. Und deswegen greift sie mich damit nicht an. Sie motiviert mich damit eher, das, was wir vorher beschlossen haben umzusetzen, indem sie mir aufzeigt, was passiert ist, als ich mich nicht mit meinen anderen Unsicherheiten beschäftigt habe.

Nämlich unzählige Streitigkeiten mit Selbstzweifeln und selbstverletzenden Verhalten.

Das alles verarbeite ich seit Montag. Und morgen bin ich in der alten Heimat verabredet und ich freue mich schon sehr. Und der erste Arbeitstag in der neuen Filiale verlief auch gut. Wie ich schon sagte: es tut gut, wieder produktiv zu sein.

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