30.Oktober.

Achterbahn. Oder ein Meer voller Wellen. Das beschreibt meine Emotionen heute ganz gut. Weder negativ noch positiv – einfach viel. Und so schnell wechselnd. War aber auch ein voller Tag mit verschiedensten Situationen.

Zuerst in der neuen Heimat beim Arbeitgeber zur Vertragsunterschrift gewesen, dann in die alte Heimat. Dort von den alten Kollegen verabschiedet und noch ’nen leckeren Kuchen vorbei gebracht. Direkt im Anschluss die Eltern zum Mittagessen besucht – von den ganzen Erlebnissen der letzten zwei Wochen in der neuen Heimat erzählt. Wie es einem damit so geht, wie die neue Mitbewohnerin ist, wie der Job laufen wird, usw. Im Zuge dessen auch über den unglücklichen Abgang mit der vorherigen WG gesprochen. Alles irgendwie anstrengend und trotzdem gemerkt, dass die Entscheidung die richtige war. Denn: ich fühle mich wohl. In der Wohnung, dem Zimmer, mit der neuen Mitbewohnerin. Bis jetzt kein Gefühl von Reue.

Nach dem Mittagessen noch schnell einen Tee und dann zu den Babysitter-Kindern. Die ich seit 5 1/2 Jahren so gut wie jede Woche sehe. Mit der Gewissheit hingefahren, dass es ab sofort weniger werden wird. Ein wenig Wehmut. Auch, wenn die Kinder jetzt schon größer sind und ich weiß, dass es für sie nicht so schlimm sein wird nur noch 1x im Monat zu Besuch zu kommen.

Man wird halt älter. Und die Lebensumstände verändern sich. Veränderungen gehen auch mit Abschieden einher. Und das gehört wohl einfach dazu im Leben.

Und jedem Ende wohnt ja auch irgendwie ein neuer Anfang inne (ausgenommen beim Tod natürlich).

Danach wieder zurück in die neue Heimat. Ein paar Sachen gepackt und ab zum Partner. Dort angekommen gemerkt, dass ich absolut unruhig war. Nur am zappeln, hektisch, aufgedreht. Wie ein kleines Kind. Er hat mich nur immer wieder umarmt und geküsst. Dennoch kam ich einfach nicht zur Ruhe.

Habe ihm gesagt, dass ich auf der Fahrt geweint habe und zwei Minuten später wieder total glücklich war. Dann wieder traurig. Bin einfach überrannt worden von sämtlichen unterschiedlichsten Gefühlen. Und kurz darauf habe ich dann entschieden mich für ein paar Minuten ins Schlafzimmer zurückzuziehen und zu meditieren. Meist hilft das. Jetzt warte ich ab.

Von Vorfreude über Wehmut bis zu Anstrengung war heute alles dabei. Und an solchen Tagen wird mir wieder bewusst, warum Borderline sich für mich wie Wellen im Meer anfühlt. Die Gefühle kamen wellenartig und sind auch ebenso schnell von einem ins nächste umgesprungen. Von der Freude in die Trauer in die Freude.

Ich denke da hilft wirklich nur Achtsamkeit und Selbstfürsorge um das Innere zu beruhigen. Und das ist so schwer – ich weiß. Aber jeder noch so kleine Moment, so wie die Meditation eben, kann dabei unterstützen, auf diesen Wellen besser zu surfen und nicht darin zu ertrinken.

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