18. Oktober.

Gestern war der Umzug. Ein Tag, der mir viel abverlangt hat, den ich aber gut gemeistert habe. Würde ich sagen. Ich mag das Chaos nicht, was nun im Zimmer herrscht – aber ich weiß, dass es heute Abend schon anders aussehen wird. Trotz Corona Auflagen konnten wir den Umzug innerhalb weniger Stunden über die Bühne bringen.

Für meine Gefühlswelt war der Tag sehr anstrengend. Eine nahezu dauerhaft anhaltende Anspannung in mir. Zwischendurch kam die Überforderung mit dem ganzen durch. Und trotzdem habe ich es ganz gut hinbekommen meine Gefühle im Blick zu haben und nicht unkontrolliert aus zu brechen.

Abends stand dann eine Familienfeier an. Es ist komisch, wisst ihr, seit wir in der Therapie über Verhaltensweisen meiner Familie sprechen, fällt es mir zwar leichter mein Verhalten auf solchen Feiern zu kontrollieren – aber ich finde es auch anstrengend. Anstrengend, die anderen nicht „mehr“ ohne einen reflektierenden, bewertenden Hintergedanken anzuschauen/ zu beobachten. Insbesondere bei den mir sehr nahestehenden Personen kommt es fast immer zu irgendwelchen Erinnerungen an Erkenntnisse aus der Therapie. Das ist auf der einen Seite so erleichternd, weil es weniger Streit gibt aber auf der anderen Seite auch einfach nur anstrengend.

Und ich frage mich, ob das so bleiben wird. Ob das das Ziel der Therapie ist. Ob das bedeutet erwachsen zu sein – ob das diese Unabhängigkeit ist, von der die schlaue Frau immer erzählt und ob das bedeutet, dass ich nicht immer vom Inneren Kind vereinnahmt bin – auf unseren Familienfeiern.

Aber warum nimmt es mir das ganze so sehr meine Freude und Unbeschwertheit während der Feier?

2 Kommentare zu „18. Oktober.

  1. Ich verstehe was du meinst. Doch meist reagiere ich in solchen Momenten emotional in mich zurückgezogen. Eine Aussage reicht und das verletzte Kind oder der innere Kritiker sind aktiv. Mein Gegenüber bekommt davon nichts mit da, da das Kind seine Gefühle nicht zeigen darf.im Nachhinein gelingt es mir gut die Situation zu reflektieren.
    Schaffst du es in den Moment das ganze mit Abstand zu betrachten? Bei mir kommt es sehr auf mein Gegenüber an. Ich kann z.B. keine Freude empfinden, logisch wenn das Kind in mir verletzt ist. Es ist ein langer Prozess. Und in der Theorie bin ich weiter als in der Praxis. Aber ich glaube daran, dass es einfacher wird und wir auch irgendwann die Schönen Dinge wieder mehr genießen können.LG

  2. Ich würde es ähnlich beschreiben. Die anderen merken es mir nicht an und die Tatsache, dass ich keine Freude empfinden und somit auch nicht zeigen kann macht mich sehr traurig. Denn eigentlich liebte ich Familienfeiern. Wenn sie auch nicht immer leicht waren.

    Danke für die positive Bestärkung! Und herzlich willlkommen auf meinem Blog! 🤗

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