16. September.

Ja, ok. Ich geb’s zu. Eventuell war das gestern ein bisschen zu sehr Weiß- Denken. Eventuell steckte da ein bisschen Euphorie mit drin, von der ich mich zu sehr habe beflügeln lasse. Möglich ist das. Ob ich es wirklich kritisieren sollte? Ich denke nicht. Ich lasse es einfach so stehen.

Es ist ’ne Menge los. Wisst ihr ja schon. Würd‘ mal sagen heute war so ein dunkelorangefarbener Tag. Ich hatte gute Momente und ich hatte emotionale, eher anstrengende Momente.

Zuerst einmal: Ich habe eine Zusage für ein WG-Zimmer. Juhu! Gestern Abend wurde ich angerufen und ich freute mich sehr. Hatte bei der Besichtigung ein ebenso gutes Gefühl wie die andere junge Dame und wir freuen uns beide sehr auf unser Zusammenwohnen.

Heute früher aufgewacht als erhofft. Aber nur weil das Ohr vom blöden Ohropax weh tat – den ich drin hatte, weil irgendwelche Nachbarn gestern (auf einem Dienstag???) beschlossen hatten, eine Hausparty zu schmeißen. Cool. Kann man machen. Bin dann gegen neun Uhr aufgestanden. Wollte heute ursprünglich „aber nun wirklich endlich mal wieder“ zum Fitnessstudio – hab‘ mich stattdessen für mittags zum Kochen mit einem guten Freund verabredet. Bis dahin etwas Uni – Kram. Haushalt. Unspektakulär.

Immer wieder mit den Gedanken bei möglichen Dingen, die ich bereits für den anstehenden Umzug vorbereiten / organisieren könnte. Dann einkaufen gewesen und zum Mittag mit dem Freund eine super leckere Lasagne gezaubert. Diese beim Serie gucken verspeist. Verabschiedet. Bis dato alles gut. Nicht mehr so euphorisch wie gestern, aber gut.

Auf einmal war ich wieder lost. Ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. Mein Puzzle lag da – ich hätte puzzlen können. Mein Haustier musste sauber gemacht werden – hätte ich tun können. Eine Liste, mit allen Möbeln, die mir gehören hätte ich machen können. Und meine schlaue Frau hat mir eine Hausaufgabe zum Thema „Gemeinsam allein sein“ aufgegeben, die ich eigentlich bis zum nächsten Besuch bei meinem Partner erfüllen sollte (das wäre dann morgen). Und dann wollte ich noch sauber machen und die Wäsche aufhängen.

Doch während ich da so saß, tat ich genau eines: Nichts. Und das regte mich auf. Ich verspürte das Bedürfnis einen Spaziergang zu machen. Ich blieb jedoch wie angewurzelt in meinem Sessel sitzen und starrte auf mein Handy. Irgendwann – nach locker 1,5 Stunden entschied ich mal aufzustehen. Ich ging in mein Zimmer und fing wie aus dem Nichts an zu weinen. Ich versuchte wahrzunehmen warum. Die kleine Lynn saß wieder in dem hellen Raum. Zusammengekauert. Und sie hielt sich die Ohren zu. Das ist das Zeichen für Überforderung. Wirklich absolute Überforderung.

Ich tat nichts, weil ich überfordert war mit den ganzen Möglichkeiten, die ich hatte. Die mir aber alle irgendwie so anstrengend erschienen. Also: Bewältigungsmodus Handy. Ich raffte mich nach weiteren 40 Minuten dazu auf in mein Auto zu steigen und mir einen Spaziergang in den Feldern zu gönnen. Ohne auch nur irgendeine Sache von den oben genannten Dingen erledigt zu haben.

Und ja, es war okay. Nicht überragend, aber okay. Ich meine: ich sollte stolz sein bin stolz darauf, dass ich mich aus dem Bewältigungsmodus befreien konnte und es geschafft habe, dem Wunsch nach Zeit für mich – dem wohltuenden Spaziergang in der Abendsonne – nachzugehen. Wenn auch mit etwas ruckeln und noch nicht ganz so wie ich es mir gewünscht habe.

Aber wie sagte die schlaue Frau: „Wenn gerade ganz viel anderes los ist, was Ihre Energie zieht, dann hat man oft nicht dieselben Kapazitäten wie sonst, sich aus gewissen Modi zu befreien“

Meine beste Freundin, mein allerliebster Herzensmensch, hat mir zusätzlich dazu heute so unglaublich viele bestärkende Worte entgegen gebracht und mich immer wieder aufgebaut, wofür ich einfach unendlich dankbar bin. Es tut gut, wenn dich jemand daran erinnert, dass es eigentlich alles gerade gar nicht so viel ist, wie es sich vielleicht anfühlt.

Meine Top 3 der positiven Dinge des heutigen Tages:
1. Herzensworte meiner allerliebsten Freundin
2. Spaziergang in der Abendsonne
3. Leckere Lasagne mit einem Freund gekocht

PS: habe die Liste der Möbel dann nach dem Spaziergang angefertigt – mein Mitbewohner leistete mir dabei Gesellschaft. Das tat irgendwie gut. Die Hausaufgabe der schlauen Frau dann morgen früh. Jetzt gehe ich Serie gucken und schlafen!

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