Uff.

Heute ist ein anstrengender Tag. Ich werde stark gefordert. Ein Familienmitglied stellt mich den ganzen Tag schon auf die Probe, unbewusst und sicherlich ohne Absicht, aber es ist wahnsinnig anstrengend nicht auszurasten und rumzuschreien. Also immer wieder “ UFF“ und durchatmen. Keine Ahnung wieso ich mir das uff angewöhnen aber derzeit hilft’s. Beim ausatmen einfach ein uff. Um mir selbst zu zeigen, wie unfassbar dumm diese Situationen sind. Gedanken an die letzte Sitzung..

nein, es ist nicht meine Schuld. Nein, ich bin gut wie ich bin. Der andere manipuliert. Der andere belehrt. Der andere gibt mir die Schuld und sagt gleichzeitig ich solle nicht dauernd von schuld reden.

Ja, schwer, wenn man den ganzen Tag immer wieder kritisiert wird und dann auch noch eine Streitsituation vor anderen Menschen breit getreten wird, in der bei jedem Mal mehr erzählen die Wahrheit und mögliche Teilschuld der anderen Person schwindet. Selbst andere nehmen es schon wahr, dass die andere Person sich sehr gern sehr gut als „unschuldig“ darstellt. Und sich die Versionen des Erzählens über den Tag verändert haben. Mit jeder Erzählung mehr (der eigentlich immer selben Situation) schwindet ihre/seine Teilschuld und ich kriege mehr aufgebürdet. It fuckin sucks. Es ist so unfassbar anstrengend. Kann nicht an einen anderen Ort fliehen, weil wir verreist sind und den Rest des Wochenendes gemeinsam verbringen.

Uff. Einfach nur uff. Keine Ahnung wielange das noch gut geht.

Zum Abend hin, nach ein/ zwei Wein dann eine Nachricht vom Partner (ist er nun offiziell wieder – yeei), er ist derzeit ebenfalls verreist, er informiert mich über eine Situation, die mich verärgert. Ich fühle mich übergangen. Und gleichzeitig so unglaublich unwichtig. Und eifersüchtig bin ich auch. Auf eine Person, bei der es absolut unsinnig ist (kein Spaß!). Ich merke es in dem Moment einfach nicht so bewusst, als dass ich es abstellen kann. Habe aber Glück: er baut mich auf. Steuert gegen. Zeigt mir, dass es unsinnig ist. In mir brodelt es. Ihm gegenüber kann ich mich aber zumindest beruhigen. Wir sind okay.

Währenddessen wird die Situation am Morgen zwischen mir und dem Familienmitglied ein weiteres Mal am Abendtisch erzählt und gleich 30 Minuten später noch einmal, damit es nun auch wirklich jeder gehört hat, wie absolut bescheuert „ich mich ja verhalten habe“ . Ich rebelliere. Sage laut vor allen, dass sie/er nun endlich aufhören soll die Geschichte zu erzählen. Dass sie/ er sich über etwas aufgeregt hat und ich nur helfen wollte …. Neeeein er/sie hat sich natürlich nicht aufgeregt.

Uff. Ein weiteres Familienmitglied, wir haben den ganzen Abend bereits beisammen gesessen und verstehen uns gut sagt wir sollten besser zum Zimmer gehen. Ja, wollten wir eh. Ein kurzes gute Nacht in die Runde..und ciao.

Jetzt im Bett wird mir klar wieso das mit meinem Partner so entstanden ist. Wieso ich auf einmal auf in so einer Nichtigkeit, die eigentlich nichts wirklich mit Eifersucht zu tun haben sollte, wieder so sehr mit Selbstzweifeln zu kämpfen hatte. Klar. Weil’s sich über Stunden vorher immer mehr angestaut hat – das, was mir das Familienmitglied immer wieder vermittelt hat. Nämlich:

Du bist schuld. Du hast dich falsch verhalten. Du bist verkehrt. Dein Helfen wollen war verkehrt.

Weil ich es ihr/ihm gegenüber nicht ausdrücken konnte, weil sollte ja nicht eskalieren hat’s sich in dieser eigentlich ganz anders gemeinten und unsinnigen Situation mit dem Partner auf einmal gezeigt. Dem ich die ganzen Zweifel, nicht ausgelöst durch ihn, sondern durch die Situation am Morgen vor den Latz geknallt habe. Und ihn damit zugeschüttet habe. Wie ein kleines Kind. Was hilflos ist und drauf angewiesen ist, dass jemand kommt und sagt : aber ich liebe dich. Und zwar so wie du bist.

Damn. That sucks. Ich mein: Der Fortschritt diese Erkenntnis nun von ganz alleine zu haben ist enorm. Deswegen wollte ich es auch nochmal aufschreiben. Aber, dass ich trotzdem so gehandelt habe und die Erkenntnis jetzt erst so spät danach habe, ist deprimierend. Und zusätzlich dazu: die Wut und all diese scheiß Selbstzweifel lodern immernoch in mir.

Und wenn’s morgen so weiter geht, werde ich irgendwann explodieren. Und damit wieder nur die Meinung aller hier bestätigen, die mich zuletzt vor einigen Jahren gesehen haben, als ich in der Blüte meiner Spätpubertät sowieso immer die war, die stresst. Die schreit. Die diskutiert. Die anstrengend ist. Und genau DAS will ich nicht. Ich bin nicht mehr diese Person. Aber alle denken es. Und wenn ich morgen ausraste würde das alle nur bestärken.

It. Fuckin. Sucks. Ich weiß ich hab’s schon ein paar Mal gesagt. Aber ne, geht gerade echt gar nicht ohne.

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