Schuld.

[English version can be found here]

Schuld. Schuld wiegt schwer. Schuld. Das Gefühl, was mich seit Tagen begleitet. Seit ich das Gefühl habe jemanden in eine Position gedrängt zu haben, in der die Person nicht sein wollte. Schuldig, nicht die Freundin sein zu können, die ich eigentlich sein will. Und die ich doch so gut vor Augen habe. Die Freundin, der man vertrauen kann. Die nicht lügt. Ich meine… ich weiß nichtmal wieso ich lüge. Es sind jetzt keine super schwerwiegenden Lügen. Ich bin eine ehrliche Person. Mir kann man vertrauen. Das ist so. Aber sobald ich in einer Partnerschaft bin passiert es so schnell, dass ich mich verstricke. In meinen Handlungen, Worten, einfach allem. Ich mag das nicht. Ich mag diesen Teil wirklich nicht. Ich verstehe ihn auch nicht.

Wobei- was ich weiß ist. Ich fühle mich in die Ecke gedrängt, wenn ich lüge. Ich habe Angst die Wahrheit zu sagen. Angst davor, den anderen zu verlieren wenn ich alles sage. Oft ist es keine ganze Lüge, vielmehr eine Halb-Wahrheit. Aber ich hasse lügen. Und bin wirklich schlecht darin. Ich bereue es direkt danach. Der andere merkt es. Ärger. Misstrauen. Natürlich. Wieder tausend Schritte davon entfernt, die Freundin zu sein, die ich sein möchte. Ich möchte keine Gefühle verletzen, also lüge ich. Ich möchte nicht die sein, die scheiße baut – also lüge ich.

Es fühlt sich komisch an, hier offen darüber zu reden, dass ich lüge. Denn es ist etwas, wofür ich mich unglaublich schäme. Gerade weil ich weiß, dass ich eigentlich eine sehr vertrauenswürdige Person bin. Es ist wieder, als wäre das ein anderer Teil von mir, der sich immer wieder verstrickt. Gesteuert durch meine Verlustängste. Die mich dazu bringen, zu viel an Personen aus der Vergangenheit zu hängen. Die mich dazu bringen, diesen auch in meiner Gegenwart Platz einzuräumen. Die mich dazu bringen, diesen Personen zu ermöglich in der Gegenwart für Probleme zwischen mir und meinem Partner zu sorgen. Ich mache das schon besser als früher. Aber ich kann’s noch nicht perfekt. Und wie erzählst du das jemanden, dessen Vertrauen du schon einmal gebrochen hast? Wie? Ich meine. Der Teller ist schon kaputt, er ist nur geklebt. Gib‘ also Acht. Und mach‘ nicht dasselbe nochmal.

Super, Lynn. Richtig toll gemacht. Wieder einmal voll verkackt.

Wie gesagt, es ist nichts schwerwiegendes. Es ist okay. Ich habe keine große scheiße gebaut. Aber ich hätte es lassen sollen. Ich hätte es umgehen können, indem ich einfach die Wahrheit gesagt hätte. Auch wenn ich damit riskiert hätte den anderen zu verletzen, eine Diskussion zu entfachen oder den anderen vielleicht sogar zu verlieren (was in diesem Falle sicher nicht passiert wäre). Dass es nicht passiert wäre kann ich jetzt sagen. Jetzt – wo ich rational denken kann. Wo ich weiß, dass die Verlustangst mich zum lügen gebracht hat. Und die Überforderung. Das In-die-Ecke – gedrängt fühlen.

Und das alles zusätzlich zu dem ersten Schuldgefühl. Von vor ein paar Tagen. Was ich noch immer nicht verarbeiten kann. Was so schwer wiegt. Ich hätte die Person nicht wieder mit der Vergangenheit konfrontieren dürfen. Drauf losschießen. Mit meinen Sorgen. Meinem Aufarbeiten der ganzen Geschichte. Jeder hat das Recht damit so umzugehen, wie er es für richtig hält. Die anderen haben „keinen Weg gefunden damit umzugehen“ – so wie ich es schrieb. Nein, sie verdrängten es einfach. Aber ist ja auch okay. Ist ja vielleicht auch ein Weg.

I don’t know. Trotzdem. Es ist nur Schuld. Keine Ahnung mehr ob es nur der Kritiker ist, der es mir einredet. Welche Rolle da die kleine spielt, was die erwachsene Lynn ist. Kein Durchblick mehr.


Trotzdem versuche ich irgendwie positiv zu bleiben. Mich immer wieder mit Remindern zu stärken.

Mich daran zu erinnern, dass ich schon einiges geschafft habe.
Mich daran zu erinnern, dass ich es sehr wohl schaffen kann eine harmonische Beziehung zu führen.
Mich daran zu erinnern, dass ich gut bin wie ich bin.
Mich daran zu erinnern, dass ich nicht jemand anders werden muss um eine gute Freundin zu werden, weil ich bereits eine gute bin.

Es gibt sicherlich noch zig andere Sachen, an die ich mich in diesen Tagen versuchen müsste zu erinnern. Aber die Schuld wiegt einfach so schwer. Sie nimmt alles ein.

Morgen bin ich bei der schlauen Frau. Habe jetzt schon das Gefühl, dass eh nicht alles in eine Sitzung passen wird. Habe gleichzeitige Über – aber auch Demotivation dorthin zu gehen. Es wird anstrengend. Und viel. Und was soll’s schon bringen.

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