Das Nicht – Gefühl.

Seit gestern bereichert dieser Begriff meinen Wortschatz selbstkreirter Wörter. Da hat einer meiner Herzensmenschen gestern zu mir gesagt:

„Heute habe ich so ein Nicht- Gefühl.“

Ich würd‘ sagen es ist vergleichbar mit der Leere, von der ich hier schon öfter berichtet habe.

Aber Nicht- Gefühl hört sich irgendwie nicht ganz so negativ behaftet an wie Leere. Und im Grunde ist die Leere ja eigentlich auch nicht nichts, sondern eben eher so ein …. Nicht-Gefühl. Fühlt sich an wie kein Gefühl, ist ja aber doch eins.

Jedenfalls habe ich dieses Nicht-Gefühl seit dem Aufeinandertreffen mit meinem Ex-Partner am Donnerstag. Merke, dass ich mich von meiner Gefühlswelt weitesgehend abkapsel. Beunruhigend ist, dass ich es wahrnehme, aber irgendwie gar nichts dafür tun kann, die Gefühle zuzulassen und ihnen Raum zu geben.

Muss ich das Gefühl nicht zulassen können, wenn ich es schon wahrnehmen kann? Wieso kommt da denn nichts? Ein bisschen Wut oder Trauer. Nur ein bisschen. Bitte.

Ne. Irgendwie nichts. Einfach nichts. Man fragt mich wie es mir geht. Gut. Ich meine… klar. Mir geht’s „gut“. Warum geht’s mir gut? Äh. Oh. Ja. Weil ich mich in meinem Schutzmodus befinde. Und mich nicht damit auseinandersetze, was das Aufeinandertreffen in mir ausgelöst hat. Die schlaue Frau hat mal gesagt, ich kann so schlecht mit Menschen aus der Vergangenheit abschließen, weil ich versuche jegliche Gefühle für diese Menschen zu unterdrücken. Krampfhaft versuche nichts zu fühlen. Aber das geht ja eigentlich gar nicht.

Ich befürchte das passiert gerade wieder. Ich schütze mich, indem ich mich einfach nicht mit den aufgetretenen Gefühlen beim Aufeinandertreffen auseinander setze.

Mich mit solchen Dingen auseinanderzusetzen birgt das Risiko zu fallen. Also bleibe ich lieber hier. In meinem Nicht- Gefühl. Denn auch wenn’s da gestern in einem Gespräch mit meiner Mama eine Minute gab, in der ich ganz kurz Tränen und einen Hauch von Traurigkeit verspürt habe, war kurz drauf alles wieder weg.

Ist auch einfach anstrengend. Und vermeintlich einfacher, mich in zig Aufgaben zu stürzen um weniger denken zu müssen. Zumindest für den Moment.

Schutzmodus an, Welt aus.

Die schlaue Frau hat immernoch Urlaub. Sie täte mir jetzt bestimmt gut. Auch, wenn es nicht immer einfach ist, auftretende Gefühle da an die Oberfläche zu holen, ist’s im Endeffekt immer besser, als sie (so wie jetzt) irgendwo in mir schlummern zu lassen.

Meh.

Immerhin gerade kein Tief. Aber auch kein Hoch. Vielmehr Leere ein Nicht- Gefühl.

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