Schwarz. Weiß. Grau. 2.0

Ist das das grau? Ich fühle mich weder tieftraurig noch überglücklich. Manch‘ einer denkt sich jetzt wahrscheinlich : Ist doch voll normal. Nö, für mich nicht. Ich habe heute immer mal wieder und wirklich nur ganz kurz mit meinen Herzensmenschen über meinen aktuellen Gemütszustand gesprochen. Und hab diesen von mir aus als grau betitelt. Immer mit einem “ Ich glaube…“ davor, aber immerhin. Ich scheine zu verstehen: Mir geht’s gerade nicht schlecht. Aber auch nicht gut. Eher so okay.

Was an dem ganzen einfach krass ist, ist zu realisieren, wie meine Krankheit versucht mich einzunehmen. Sie versucht mich immer wieder in eins der beiden Extreme zu ziehen: Todtraurig oder absolut euphorisch. Wie? Unmengen an Impulsen ploppen auf. Impulse, die mich hunderprozentig in irgendeins dieser beiden Gefühle leiten würden – würde ich ihnen folgen. Aber ich bleibe stark. Versuche sie wegzuschieben. In meinem Kopf immer wieder die Sätze:

Ich bin nicht meine Gefühle. Ich bin nicht meine Krankheit. Das grau kann sich gerade nicht richtig anfühlen, weil ich es nicht kenne. Ich bin stark.

Ich versuche mich davon zu überzeugen, dass sich dieses grau irgendwann richtig anfühlen wird. Wenn ich es nur oft genug geübt habe. Jetzt beunruhigt es mich noch, kein Extrem zu empfinden. Es fühlt sich an, als wäre es nichts. Ist’s ja aber nicht. (Dazu eins meiner Lieblingszitate von @emmadenkt: „Es ist ja nicht nichts, bloß weil es nicht alles ist. Auch wenn es sich hin und wieder so anfühlt“). Ist halt nur etwas, was ich nicht kenne. Und, was deshalb einfach Unbehagen in mir auslöst. Aber irgendwann kann es sich vielleicht richtig anfühlen. Denn tief in mir drin, weiß ich, dass das grau ein gesundes Gefühl ist.

Also…. üben, üben, üben. Immer wieder. Positive Affirmationen. Selbststärkung. Ins Gewissen rufen, was die schlaue Frau mir immer sagt. Mir bewusst machen, dass so viele meiner Gedanken einfach nicht real sind. Dran erinnern, dass es Schema-Gedanken sind.

Und, mal ganz ehrlich… wenn das Ganze nicht so viel Energie rauben würde, könnte ich mich auch mehr daran erfreuen, eigenständig und ohne die schlaue Frau festgestellt zu haben, dass ich mich gerade grau fühle und es irgendwie schaffe, mich nicht in ein schwarz oder weiß ziehen zu lassen. Und vielleicht könnte ich dann auch ein wenig Stolz empfinden. Auf mich.

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