Schwarz. Weiß. Grau.

Arrgh. Ich finde sie im Moment einfach nicht. Diese Balance meiner Gefühle. Dieses grau. Ich pendel einfach nur hin und her. Zwischen schwarz und weiß. Zwischen übermäßiger Freude. Nahezu Euphorie. Oder absoluter Enttäuschung. Einhergehend mit sooo unglaublich viel Selbsthass Selbstkritik. Hass ist ein so starker Ausdruck, lieber Kritik.

Es ist so gemein. Ich wünschte mir ich würde mich mit Kleinigkeiten zufrieden geben können. Ich wünschte, ich könnte Menschen mit mehr Geduld gegenüber treten. Ich wünschte, ich könnte fühlen ohne Druck dahinter zu spüren. Druck mich völlig hingeben zu müssen oder weit weglaufen zu wollen.

Im Grunde verläuft mein Leben, wie das vieler anderen auch. Aber wenn ich gefangen bin in diesem Pendel der Gefühle. Dann fühlt es sich immer so falsch an. So ungesund. So unfassbar anstrengend. Und gemein. Das Mittelmaß bleibt einfach aus.

Wenn ich mich auf die Suche nach dem grau begebe, wird mein innerer Kritiker laut. Er schreit mich quasi an. Wenn ich zum Beispiel im Gefühl der Euphorie hänge, habe ich einfach so schnell das Bedürfnis noch mehr Aufmerksamkeit einzufordern. Noch mehr Nähe (siehe auch: Beitrag Hohe Erwartungen). Und dann kommt der Kritiker. Er schreit mich an. Er schreit Du bist zu viel. Du brauchst zu viel. Du darfst nicht so viel vom anderen verlangen, nur weil du bereit bist so viel zu geben. Ich schaffe es die Stimme in mir wahrzunehmen, versuche mir zu sagen, dass das nicht stimmt. Dass das nur etwas ist, was ich aus alten Beziehungen und der Kindheit aufgesaugt habe. Aber im Moment schafft er es einfach, meine Stimmung von jetzt auf gleich zu kippen. Ich fange an mich selbst dafür zu verurteilen, dass ich so viel Nähe möchte. Dass ich ja einfach nie genug habe und nicht einfach mal zufrieden bin. Nein. Ich will mehr von dem positiven Gefühl. Und dann ziehe ich mich zurück. Fange an meine Bedürfnisse nach hinten zu stellen. Mein Mut schwindet. Alles, was mich vorher stark fühlen lassen hat, ist einfach weg. Und alles, was ich vom Gegenüber bekomme, ist sowieso nicht genug.

Ich hasse es. Ich weiß, dass ich das nicht hassen darf. Sonst ist das, wie mit einem trotzigen Kind. Wenn du dem Kind mit Widerstand gegenüber trittst, wird es doch nur noch trotziger. So auch mit solchen Teilen in mir. Die schlaue Frau sagt, wir müssen lernen sie zu akzeptieren. Dann wird es besser gehen.

Aber es fällt mir so schwer. So unglaublich schwer.

Dieser Teil meiner Persönlichkeit ist einfach so konträr zu dem anderen Teil. Dem Teil, der Selbstsicherheit und Sorgenfreiheit ausstrahlt. Darum fällt es mir umso schwerer, Akzeptanz und Verständnis zu entwickeln.

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