Ok.

Gerade ist es ok. Wie immer – so zwei Tage nach dem Sturm.

Mein Tag fing schleppend an. Aber jetzt ist’s ok. Frage mich ob ich irgendwann mal aufwache und denke Im moment geht’s mir echt gut. Und zwar zu einem Zeitpunkt, wo ich keinen Partner habe. Dass ich einfach für mich glücklich bin. Hatte ich ewig nicht mehr. Hatte ich das überhaupt schonmal als ich single war? Das deprimiert mich. Ist ja nicht dauerhaft schlecht. Aber auch nicht dauerhaft gut. Wenn’s keine Kopfschmerzen sind, dann der Bauch, wenn nicht der Bauch, dann ein blöder Traum, wenn nicht ein blöder Traum dann irgendwas anderes, was meine Gefühle ins schwarz ziehen will. Stresst mich. Ja, ich weiß : es ist immer, was man draus macht. Aber so einfach ist das leider nicht. Ich suche es mir nicht aus stundenlang wie gelähmt im Bett zu liegen, nachdem ich mal wieder einen Traum hatte, indem ich der Wut meines Gegenübers hilflos ausgeliefert war. Ich suche es mir nicht aus. Ich arbeite dran, dass es mich nicht den ganzen Tag unten hält. Aber ich kann’s nicht verhindern. Und auch das stört mich. Denn….

Die Krankheit kontrolliert mich in solchen Situationen. Gegen meinen Willen. Als hätte sie uns jemals gefragt, ob wir mit ihr gehen wollen. Und das wird sich im Prinzip auch nie ändern. Ich hoffe einfach, dass ich es irgendwann akzeptieren kann. Und dass ich lerne, mich nicht für jedes Tief zu verurteilen. Ist nur gar nicht so leicht.

Beim durchforsten meines Blogs habe ich gemerkt: meine ersten Beiträge hier waren so positiv. Habe mich gefragt was in der Zeit passiert ist. Ich stelle fest : mein Kopf stellt sich mal wieder quer vollkommenes glücklich-sein ohne Partner zu empfinden.

Scheiß Bindungsstörung. Hoffentlich kriege ich das irgendwann in den Griff.

Andere Blogs machen mir Mut. Gleichzeitig auch Angst. Versuche mich auf die zu fokussieren, die schon weiter sind auf ihrem Heilungsweg. Die schon viel mit positiver Bestärkung arbeiten. Aber manchmal macht es mir auch Angst erkennen zu müssen, dass ich auch mit höherem Alter nie komplett gesund sein kann. Ich kann glücklich sein. Aber ich werde immer für verschiedenste Emotionen empfindsam sein. Werde immer wieder mit Wellen zu kämpfen haben.

Und dabei hoffe ich oft enfach nur, dass ich es trotzdem schaffe meinen zukünftigen Job gut auszuführen. Denn mein Job gibt mir Halt. Zumindest bis jetzt – im Studium. Und ich wollte diesen Job schon seit ich klein bin ausführen. Ich kann das einfach gut. Mit Menschen arbeiten. Mit Menschen, die auch besondere Bedürfnisse haben. Aber besagtes Familienmitglied aus dem letzten Konflikt hat mir in unserem Streit vorgeworfen ich müsse die Krankheit in den Griff kriegen, sonst könnte ich den Beruf nie ausführen.

Was soll das bedeuten? Ich bin nicht die Krankheit. Ich bin viel mehr. Und kann viel mehr.

Die Worte wirken trotzdem nach. Selbstzweifel aktiviert und los geht’s. Naja. Ich weiß eigentlich, dass ich es kann.

Und ich weiß auch… irgendwann schaffe ich es, dass die Borderline Störung mich nicht mehr so einnimmt wie sie es heute tut. Zumindest hoffe ich es. Alles andere macht mir Angst.

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