Wellenreiten.

In mir herrscht immernoch Chaos. Weniger aktives Chaos. Mehr stilles Chaos. Ich reite mal wieder auf den Wellen meiner Gefühle. In manchen Momenten denke ich Hey, eigentlich ist alles okay. Dann ein paar Momente später bin ich überfordert. Will aufhören. Mit der Therapie. Mit der neuen Aufgabe Selbstliebe. Einfach Chaos. Die schlaue Frau sagt Chaos ist normal. Aber das ist so unglaublich anstrengend. Bin anfällig für zig Trigger. Jede Kleinigkeit löst Erinnerungen aus. Gefühle. Und dann muss ich die wieder irgendwie händeln. Am besten möglichst funktional. Das kostet so viel Energie.

Meine Ängste holen mich ein. Habe das Gefühl ich schaffe das alles nicht. Habe Angst, dass ich es nie in den Griff kriegen werde, eine glückliche Beziehung führen zu können. Dass mich meine Freunde früher oder später verlassen. Dass ich sowieso nicht so viele habe. Und die Akzeptanz meiner Krankheit, die mich beflügelt hat, schwindet. Ich will Borderline gar nicht haben. Wieso habe ich das eigentlich? Diese klitzekleinen doofen Situation in der Kindheit können doch nicht zu so einer scheiße führen….Ich war immer ein Mensch, der Erklärungen braucht. Und sucht. So lange bis ich welche habe.

Hattte glaube ich noch nicht erwähnt… wir gehen davon aus, dass die Borderline Störung bei mir angeboren ist. Die Aspekte, die wir in der Therapie aufarbeiten, sind nur äußerliche Reize, die die Veranlagung verstärkt haben. Situationen, die dazu beigetragen haben, die Krankheit mein Verhalten nochmal verstärkt kontrollieren zu lassen. Aber diese emotionale Extremität, das ständige Suchen und Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und die fehlende Regulation von Gefühlen hatte ich bereits als ich ganz klein war. Macht es nicht unbedingt besser. Aber ich weiß ja auch… ich kann die Borderline-Störung nicht einfach ausschalten. Sie ist ein Teil von mir. Und ich kann nur lernen damit umzugehen.

Nur heute ist wieder so ein Tag, wo ich mir denke Ne. Nicht heute, lieber morgen. Heute fehlt mir die Energie. So wie gestern und vorgestern…

Ich reite also noch ein wenig auf meinen Wellen. Bis es wieder ruhiger wird im Ozean. Zumindest gehe ich gerade nicht unter. Am Ende sagt die schlaue Frau ist es ja wie schwimmen lernen. Man kann nicht alles sofort. Und manchmal würde man am liebsten aufgeben. Aber irgendwie geht es jedes Mal ein bisschen besser.

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