Gedankenkarussel: 8.5.

Mein Tag war ok. Habe schlecht geschlafen. Beziehungsweise wohl eher schlecht geträumt. War im Traum sehr einsam und in meinem Bewältigungsmodus „Ich-suche-mir-einen-Mann-als-Ersatz“ gefangen. Einfach machtlos. Das hat mich zu Anfang des Tages krass geschlaucht. Irgendwie nervig. Bin mit einem Gefühl von Einsamkeit und gleichzeitig Ärger aufgewacht. Musste das erstmal sortieren. Habe es eher erstmal verdrängt. Mich lieber darüber geärgert, dass ich 2 Stunden länger geschlafen habe als ich mir vorgenommen habe. Egal.

Eine Uni-Aufgabe erledigt, die ich seit Tagen geschoben habe. Nach 2 Stunden erledigt. Stolz auf mich. Dann zu meinen Babysitter- Kindern gefahren. Seit 8 Wochen nicht wirklich Zeit mit ihnen verbringen können (Corona) , immer nur mal kurz. Einen tollen Nachmittag gehabt. Mit Kuchen, Eis und ganz viel Lebensfreude durch die beiden kleinen.

Dann nach Hause. Komisches Gefühl. Guter Tag trotz Einsamkeit am Morgen. Impulsgedanken ploppen auf. Ich will zu meinem Ex fahren.

Nein, das will ich eigentlich nicht.

Ich erkenne: Die kleine Lynn ist gerade traurig und einsam. Die große Lynn hat sich angeeignet einen Ersatz für dieses Gefühl zu suchen. Ich verstehe das. Das ist gut. Ich versuche den Impuls wegzuschieben indem ich versuche der kleinen Lynn Raum zu geben. Ich setze mich in meinen Sessel. Höre Musik. Bin erstmal genervt. Habe kein Bock mehr auf den langen Weg der Therapie. Es ist anstrengend. Ich will Ruhe. Einfach mal abschalten. Merke nach ein paar Minuten, dass die eigentlichen Gefühle durchkommen. Die, der kleinen Lynn. Ich lasse sie zu. Die schlaue Frau sagt ich muss das lernen. Traurig sein. Wie lernt man das eigentlich? So? Keine Ahnung. Ich weine. Bin kurz noch genervt. Aber dann auch unglaublich traurig. Es ist wegen der Sitzung vorgestern. Ich bin einfach immernoch so traurig über die neue Erkenntnis. Aber sie ist auch gut.

Ich muss hier raus. Das ist mir zu viel.

Ich fahre zum Friedhof, „besuche“ dort zwei mir sehr wichtige Menschen. Finde Ruhe. Es ist wieder okay. Ich habe das gut gemacht. Ich glaube ich bin stolz auf mich. Wenn auch etwas verunsichert.

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