Unfair.

Es ist nicht fair. Einfach nicht fair. Ich stecke wieder im schwarz. Ich habe bereits erwähnt, dass ich wieder vermehrt geträumt habe. War vorletzte Nacht wieder so. Mal wieder von meinem Ex. Dann wache ich auf. Checke meine Nachrichten. Da. Eine Meldung von ihm. Ich dachte ich träume noch. Dachte ich echt. War aber nicht so. Er will das Treffen auf ’nen Kaffee.

Chaos im Kopf. Tausend Gefühle wie eine riesen Welle. Angst. Freude. Sehnsucht. Angst. Freude. Ich versuche ein paar Übungen aus der Therapie um Zugang zu dem Chaos zu finden. Schaffe es. Beruhige mich langsam. Rufe meine beste Freundin an. Erzähle ihr von der Nachricht. Frage nicht nach Rat ob ich „ja“ oder „nein“ zum Kaffee sagen soll. Will nur meine Gedanken loswerden und sortieren. Schaffe es. Nehme mir vor ihm erst später auf seine Nachricht zu antworten. Es beunruhigt mich, dass seine Nachricht um 6.25 Uhr an einem Samstag kam. Ich erfahre über jemand anders, dass er betrunken war. Bin noch mehr verunsichert. Suche aber wieder nach Gründen, die seine Nachricht vielleicht doch ernst gemeint haben lassen könnten. Habe Hoffnung. Dann will ich ihm gegen 17 Uhr mitteilen, dass ich dem Kaffee zustimme. Nachricht schon verfasst. Da kommt eine weitere von ihm. Er war betrunken. Es tut ihm leid. Er weiß nicht wie das passieren konnte. Ich soll es vergessen und wir sollten unsere Handynummern wieder löschen.

Kurz Stille. Dann knallt mir das Leben die Realität wieder voll vor den Kopf. Wie konnte ich so dumm sein zu denken, dass er es ernst meinte. Und wieso habe ich mir wieder Hoffnungen auf Besserung gemacht. Ich war sauer auf mich. Sauer auf ihn. Aber vor allem enttäuscht. Ich merke wie viele verschiedene Impulse auf mich einprasseln. Jeder einzelne hat mich wieder versucht einzunehmen. Es fällt mir so schwer dagegen anzugehen. So viel Chaos. Alles so laut im Kopf. Nach ein paar Momenten Tränen. Widerstand.

Aber nein, die schlaue Frau sagt ich soll Trauer zulassen. Okay.

Ich weine. Ich bin wütend. Ich bin traurig. Ich will zu ihm fahren. Ihm sagen, was ich davon halte. Meine Wut und Enttäuschung rauslassen. Meine Freundin fragt was ich mir davon erhoffe. Naja. Irgendwas. Am besten Hass oder Liebe. Aber nix dazwischen. Irgendwas, was mir hilft mir dieses „grau“, dieses „vielleicht“ zu nehmen. Damit ich weiter machen kann. Ohne oder mit ihm. Hauptsache weiter. Und nicht so wie die letzten 6 Monate: auf einer Stelle stehen was Beziehungen angeht. Mich nicht binden können, weil ich immer den Anspruch habe es so zu wollen, wie es mit ihm war. Und immer die Hoffnung zu haben, dass es vielleicht doch nochmal was wird.

Ich will losfahren. Der Impuls wird immer intensiver. Was hat mir schonmal geholfen dem Impuls nicht nachzugeben? Ein Freund. Ich rufe ihn an. Er hat mir schon oft geholfen, wenn ich den Zugang zu mir verloren habe. Ich fühle mich als würde ich ihn ausnutzen dafür – egal. Er findet die richtigen Worte. Quintessenz des Gesprächs: ich muss für mich einen Abschluss finden. Nicht darauf warten, dass mir jemand anders (in diesem Fall mein Ex) einen Anlass dafür gibt. Ich muss mir selbst genug sein um nicht mehr auf meinen Ex zu warten. Um nicht mehr an einem vielleicht festzuhalten. Um nicht mehr an den Gefühlen festzuhalten, die schon lange nicht mehr da sind.

Aber genau das ist ja das schwierige. Ich weiß das doch. Ich weiß es. So gut. Und trotzdem steige ich immer wieder in das Vergangenheits – Karussell ein.

Es ist nicht fair. Immer wenn ich mich gerade zurück gekämpft habe, wirft mich irgendwas zurück. Es ist nicht fair, dass er mir diese Nachricht geschrieben hat. In einem Moment, wo ich sowieso schon labil war. Er konnte das nicht wissen, aber er konnte wissen, was diese Nachricht in mir auslöst. Und jetzt muss ich wieder neu anfangen. Nicht von vorne, aber es kostet wieder Energie. Energie, die ich für andere Dinge verwenden will. Es ist nicht fair.

Habe den Abend dann mit zwei meiner Herzensmenschen verbracht. Bin lange wach geblieben damit ich müde werde. Hatte Angst vorm schlafen gehen. Irgendwann war ich dann so müde, dass ich eingeschlafen bin.

Und heute fühle ich mich leer. Ich will niemanden sehen. Ich will nicht aufstehen. Ich will gar nichts.

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