Trigger – Jeder kennt sie. Keiner mag sie.

Trigger. Was sind eigentlich Trigger? Die wohl bekannteste online Suchmaschine sagt mir:

„Unter einem Trigger versteht man in Medizin und Psychologie den Auslöser für einen Vorgang, der eine Empfindung, einen Affekt, […] ein Symptom oder eine Erkrankung auslösen kann“

Okay. Ich denke das passt.

Jeder Mensch kennt/ hat „Trigger“. Diese sind so individuell wie jeder von uns es auch ist. Trigger sind in der Regel Auslöser für Erinnerungen oder Assoziationen, die dann zu einer bestimmten Empfindung oder einem bestimmen Handeln führen. Durch unser Gedächtnis passiert das bei jedem automatisch. Bestimmte Dinge lösen bestimmte Erinnerungen aus. Und diese lösen bestimmte Gefühle aus. Positive oder auch Negative. Geht beides.

Gestern war so ein richtiger „Kack-Trigger-Tag“. Es gibt solche Tage. Du wachst auf. Und ein Trigger folgt dem nächsten. Ein Reiz folgt dem nächsten. Und gestern damit auch ein unangenehmes Gefühl dem nächsten.

Der Morgen fing mit einem Lied bei meinem Lieblings-Streamingdienst an. Ich nutze häufig die Funktion Lieder zufällig abspielen zu lassen. Ich wähle dann ein Lied aus und danach spielt der Streamingdiesnt ähnliche Lieder ab. Dann war es da: Das Lied von meinem Ex-Partner und mir. Kurze Zwischenfrage: Warum legt man so einen Quatsch in der Beziehung überhaupt fest?

Naja. Erster Trigger. Natürlich. Ich hätte es ausmachen können, aber ich wollte mir wohl beweisen, dass ich es hören kann ohne dabei was schlechtes zu empfinden. Ging auch am Anfang noch ganz gut, dann bei der Hälfte des Liedes ist die Stimmung allerdings gekippt.

Zusätzlich dazu war ich auf dem Weg in die Stadt, wo mein Ex wohnt. Die Stadt. Mein nächster Trigger. War ich aber drauf vorbereitet. Muss öfter in diese Stadt und kenne das Gefühl also schon. Habe dann meine Sachen dort erledigt. Anschließend ein kurzer Besuch bei einer guten Freundin um ihr was für die Uni vorbeizubringen (sie wohnt im gleichen Stadtteil wie mein Ex – war vielleicht ein Mini-Trigger). Zu guter Letzt bin ich dann zu einem mir sehr nahestehenden Familienmitglied gefahren. Wir sehen uns nicht allzu oft. Und da ich schon mal in der Stadt war, konnte ich ja auch kurz vorbeischauen.

Er ist nicht nur Teil meiner Familie sondern auch einer der besten Freunde von meinem Ex-Partner. Wir haben uns damals über ihn kennen gelernt. Nächster Trigger. Ich verspürte langsam aber sicher meinen Ärger darüber. Ich will mit einem mir so wichtigen Menschen nichts negatives verbinden. Kämpfe seit der Trennung dagegen an. Naja. Habe die Gefühle, die mit all diesen Triggern einhergingen, erstmal versucht wegzuschieben. Wollte keine unangenehmen Situationen haben. Wollte mich eher dazu zwingen, das alles auszuhalten. Ich meine : nach 8 Monaten muss man ja irgendwann mal mit so banalen Erinnerungen klar kommen. Denkste.

Loslassen liegt mir nicht. Hatte ich bereits erwähnt. Und daher fällt es unfassbar schwer solche Trigger wahrzunehmen ohne darauf anzuspringen. Weil ich es liebe zwischen den Emotionen hin und her zu surfen. Und das können Trigger ganz besonders gut, Gefühle auslösen. Ist ja auch ihre Funktion. .

Auf der Heimfahrt habe ich dann natürlich „bewusst“ (eigentlich eher unbewusst) der Situation entsprechende, Musik ausgesucht – die das Gefühl nochmal „schön“ intensiviert. Zuhause dann versucht gegen den Reiz anzukämpfen meinen Ex Partner zu kontaktieren. Habe meine Gedanken versucht zu kontrollieren. Das lerne ich in der Therapie, ist also nicht selbstverständlich, dass man das automatisch schafft.

Habe mir immer wieder gesagt: : Es ist nur ein Gefühl. Es geht vorbei. Du weißt, dass die Erinnerungen nicht automatisch dein Handeln beeinflussen müssen. Du kannst das.

Was soll ich sagen? Ich hab’s geschafft. Lag auch daran, dass ich mich mit Uni-Kram beschäftigt habe und mich dann spontan eine meiner liebsten Freundinnen anrief, die weit weg gezogen ist. Ein echter Herzensmensch. Und die hunderte Kilometer ändern rein nichts an unserer Freundschaft. Machen diese eigentlich nur noch stärker.

Trigger sind also ganz verschiedene Auslöser für z.B. ein Gefühl.

Wie soll man damit umgehen? Naja. Du kannst den Reiz und das Gefühl mitnehmen und auf der Welle versuchen zu surfen. Oder du versucht deine Gedanken bewusst zu steuern, sodass sie dein Handeln nicht automatisch beeinflussen.

Nur du kannst entscheiden was du tust. Und auch wenn es dir manchmal nicht so vorkommt und du es vielleicht nicht jedes Mal schaffst den Reiz zu kontrollieren: dann ist das nicht schlimm.

Denn: Übung macht bekanntlich ja den Meister. Und wir können nicht erwarten, dass wir unser Verhalten von heute auf Morgen verändern können. Manche Dinge werden wir vielleicht sogar nie verändern können. Aber wir können sie akzeptieren und lernen damit umzugehen. Das ist der Schlüssel zu deinem Glück.

Danke für’s lesen. Genießt den Tag.

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