Kurze Momentaufnahme

Gerade sitze ich in meinem Sessel im Wohnzimmer. Ich warte darauf, dass meine Mitbewohner in die Pötte kommen. Wir wollen grillen.

Wir haben gesagt, dass wir gegen 16.30 Uhr anfangen vorzubereiten und um 17 Uhr den Grill anmachen. Jetzt ist es bald 17.30 Uhr und der Grill ist immernoch nicht an. Was soll’s – ist ja Sonntag. Auf die halbe Stunde/ Stunde kommt es auch nicht an. Ja, denkt ihr.

Ich aber merke, dass ich wütend werde. Ich hasse es, wenn Zeiten festgelegt werden und diese nicht eingehalten werden. Ist schon besser geworden über die letzten Jahre. Aber es nervt mich einfach immernoch ziemlich.

Und was mich auch nervt ist, dass ich merke, dass ich diese Wut gerade nicht für mich runtergefahren bekomme. Und dazu noch an den anderen auslasse. Ich bin echt zickig und habe den typischen Satz “ Dann kann ich ja auch gleich alleine essen“ gebracht. Gleich nachdem vom Gegenüber der Satz fiel „Entspann dich einfach“. Würde jetzt noch eine Antwort zurück kommen, eskaliert es bestimmt.

Was soll ich sagen? So beginnt ungefähr jede Diskussion in meinem Alltag. Absolut unnötig eigentlich. Habe mich lange gefragt ob dieser Anspruch immer alles genau so einzuhalten wie es abgesprochen ist auch Teil meiner Krankheit ist. Und dank vieler Bücher und Beiträge über Borderline weiß ich mittlerweile : Ja. Schon. Zumindest meine (mal wieder völlig überzogene und für den anderen unverständliche) Reaktion, wenn’s mal nicht klappt.

Zum Glück sind fast alle meine Freunde zuverlässig und pünktlich. Und meine Mitbewohner zu faul um zu diskutieren.

Aber in Partnerschaften habe ich mir echt versucht anzugewöhnen nicht mit Zeitpunkten zu arbeiten, sondern mit Zeitfenstern. Dann hat mein Gegenüber eine gewisse Flexibilität und ich werde nicht wütend wenn etwas nicht um „Punkt 16 Uhr“ passiert.

Ich wünschte ich könnte meinen Kopf öfter nahelegen, dass es echt nicht schlimm ist, wenn etwas wie heute (an einem Sonntag, wo kein Zeitdruck besteht) nicht genau nach Absprache durchgeführt wird.

Whatever. Ich warte jetzt.

Und versuche bis dahin meine Wut zu regulieren um sie gleich nicht an den anderen auszulassen.


Update ca. 2 Stunden später: Bin direkt nach dem  Post eine Runde Auto gefahren. Weg von dem Ort, der mich gerade so wütend macht. Musik extrem laut aufgedreht und mich kurz bei einem meiner Ruhepol-Menschen ausgekotzt.  Dann zuhause nochmal 5 Minuten durchgeatmet. Um dann zu meinen Mitbewohnern zu gehen.

Dort kurz zwei, drei klärende Sätze zur sich vorher angebahnten Diskussion. Dann konnten wir das Grillen genießen.


Mein positiver Moment des Tages: Ich habe meinen Ärger wahrgenommen und zumindest versucht „erwachsen“ damit umzugehen.

Was war euer positiver Moment des Tages?
Nehmt ihn mit in die Nacht als Abschluss des Tages.

Ich danke euch für’s lesen.
Bis dann. ☀️

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