Von widrigen Gefühlen

Guten Morgen 🙂

Ich muss sagen: meine Nacht war erstaunlich gut. Kein Alptraum- keine Angstattacke. Das ist echt gut. Und heute scheint die Sonne: Das ist großartig. Ich liebe die Sonne.

Der gestrige Blog-Eintrag war super anstrengend. Trotzdem hatte ich einige Zeit danach das Gefühl, befreiter zu sein. Das hat mich mindestens genauso gefreut, wie zu sehen wie viele Leute meine Beiträge gelesen haben.

Und dennoch kämpfe ich mal wieder gegen die typischen Gedanken, wenn ich etwas neues anfange.

Mache ich es gut genug? Was wenn es den Leuten nicht gefällt ? Dabei mache ich es doch eigentlich für mich. Aber was wenn ich andere damit nerve? Muss ich in jedem Beitrag meine Krankheit erklären? Die Meinung anderer ist mir hierbei leider zu oft zu wichtig.

Zusätzlich dazu einer meiner häufigsten Gedanken: Ich bin doch gar nicht so krank wie andere. Manchen Borderline-Patienten geht es doch viel schlechter als mir.

Aber: Muss man denn genauso krank sein wie andere um sich das Recht rauszunehmen sich über seine eigenen Sorgen zu beklagen? Ich denke nicht.

Ich lerne in der Therapie: Jeder ist für sein Wohlbefinden selbst verantwortlich.

Und ja: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Und auch wenn es immer irgendwo jemanden gibt, dem es schlechter geht: Du darfst dich trotzdem schlecht fühlen.

Du solltest immer wieder versuchen dich nicht dafür zu verurteilen, dass du dich schlecht fühlst.

So auch gestern: Nach meiner anfänglichen Euphorie über mein neues Projekt setzten natürlich irgendwann die Wellen im Meer ein. Die negativen Gedanken und Gefühle kamen, als hätte ich nur drauf gewartet. Und sie haben mich mal wieder eingenommen. Ich habe mich darüber geärgert. Mir immer wieder gesagt: Ich darf mich jetzt nicht schlecht fühlen. Es ist doch nichts vorgefallen. Der Tag war okay. Eigentlich sogar gut.

Das hat alles nur noch schlimmer gemacht. Ich habe mich einige Zeit nur im Bett rum gewälzt. Dann habe ich meine Atemzüge gezählt. Immer von 1-10. Und wieder von vorn. Es hat geholfen. Tut es nicht immer. Aber gestern hat es das: Dafür bin ich dankbar.

Und heute, mit etwas Abstand zu meinen Gefühlen und Gedanken weiß ich: Natürlich darf man sich nach einem guten Tag auch mal schlecht fühlen. Und man muss gar nicht immer wissen warum. Denn so sind sie eben, die Gefühle und Gedanken, die Wellen im Meer: Sie kommen. Und sie gehen.

In diesem Sinne: Habt einen tollen Tag! Bleibt gesund und genießt die Sonne.

© Google Bilder

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